Die betterblogs – das neue Blogger-Netzwerk ist da

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Betterblogs Netzwerk

Wie das so ist, wenn ein Projekt ganz plötzlich auf die Welt kommen will: im Dezember kam mir die Idee zu einem neuen Blogger-Netzwerk, am ersten Januar ging es schon online. Weil ich mittlerweile Gefallen daran gefunden habe, die Dinge nicht zu sehr zu zerdenken, sondern einfach in’s kalte Wasser zu hopsen und mit ihnen gemeinsam zu wachsen.

Wir wollen die Gesellschaft ein Stückchen „better“ machen. Netzwerk für BloggerInnen abseits des Lifestyle-Mainstreams.

So kurz und knackig kann man den Grundgedanken, der mich zur Gründung des Netzwerks inspiriert hat, formulieren. Aber ein bißchen mehr wollen wir dazu natürlich schon noch loswerden.

Im Selbstverständnis auf unserer Website heißt es:

„Das Netz ist voll von Lifestyle-Blogs. Eine Kooperation jagt die nächste, Insta-Feeds lesen sich wie Werbekataloge, Produkt reiht sich an Produkt – und das Rad des Konsums dreht sich in immer schnellerem Tempo. Menschen werden nicht mehr geschätzt für das, was sie tun oder denken, sondern für das, was sie haben. 24 Stunden am Tag erzählt uns das Internet, was “die anderen” für ein schönes Leben haben – und was wir kaufen müssen und wie wir aussehen müssen, um mitzuhalten.

Wir wollen etwas dagegen setzen.”betterblogs” versteht sich als BloggerInnen-Netzwerk abseits des konsumorientierten Blog-Mainstreams. Mit unserem Schreiben wollen die Gesellschaft ein Stückchen „better“ machen. Unsere Gedanken zu gesellschaftlichen Themen auf die Agenda der Blogosphäre setzen, den öffentlichen Diskurs begleiten und mitgestalten und, im Idealfall, Vorbild sein für viele junge Menschen da draußen.“

Betterblogs Netzwerk

Ziel des betterblogs-Netzwerks ist es, Beiträge von spannenden und insprierenden Blogs zu bündeln – auf unseren Social Media Kanälen werden wir regelmäßig Beiträge unserer Mitglieder vorstellen und zur Diskussion anregen. Sozusagen eine digitale Bibliothek guter Gedanken.

Wobei gut auch provokativ bedeuten kann – so vielfältig die Menschen sind, so sind es auch die Meinungen. Selbstredend, dass wir uns aber in einem Punkt einig sind: wir schreiben für eine zukünftige Gesellschaft, in der die Profitmaximierung einem nachhaltigen und verantwortungsbewussten Wirtschaften gewichen ist, gegen Rassismus, Homophobie und Misogynie.

Nun dürfen sich die Betterblogs über eine Welle der ihnen entgegenschwappenden Begeisterung freuen – und das ist natürlich ein wunderbares Gefühl! Ganz offenbar ist die Zeit reif für ein Netzwerk abseits der Lifestyle-Schiene.

Und mit diesem ersten Rückenwind trudeln auch erste Anfragen und Blog-Empfehlungen in unserem Postfach ein – womit wir mitten drin wären in der Frage: welche Blogs passen zu den betterblogs?

Gar keine so einfache und trennscharf zu beantwortende Frage!

Grundsätzlich lautet unsere Losung: Unserer Mitglieder versuchen, mit ihren Blogs die Welt ein bißchen „better“ zu machen. 

Darunter verstehen wir, dass wir aktuelle Debatten aufgreifen, Inhalte und Ideen zusammenbringen oder auseinandernehmen und selbst Impulse setzen. Dass wir eigene Denkansätze entwickeln und uns mit denen der anderen auseinander setzen.

Die Betterblogs haben eine philosophisch-soziologische Ausrichtung.

Im Moment beobachten wir einen Trend zur Entstehung von Blogs, die sich mit den Themen Achtsamkeit, Yoga, Selbstliebe und Entschleunigung beschäftigen. Natürlich sind das wichtige Bausteine einer zukünftigen, hoffentlich friedlicheren und bewussteren Gesellschaft! Deshalb mögen und lesen wir sie selbst sehr gern.

Trotzdem möchten wir im Netzwerk den Fokus weniger auf die eigene persönliche Weiterentwicklung setzen, sondern auf den gesamtgesellschaftlichen Kontext.

Wie gesagt – achtsame Menschen sind eine Bereicherung für die Gesellschaft, keine Frage. Aber einige drängende, konkrete und auch politische Fragen unserer Welt brauchen ihren Platz für eine Debatte – und den wollen wir schaffen und bieten.

Ich persönlich sehe in der Achtsamkeits-Bewegung (oder eher in dem, was Menschen daraus machen) auch eine kleine Gefahr – vor allem in der Kombination mit den Social Media. Ab und zu beschleicht mich das Gefühl, dass es sich bei dem Boom der Flow-Magazine dieser Welt auch um eine Art Neo-Biedermeier handelt. Das Politische scheint zu komplex und angsteinflößend, der Rückzug auf den eigenen, ganz privaten Rahmen erscheint ungefährlicher und machbarer.

Fotos von sorgfältig Gebackenem, Gestricktem und Gegärtnertem fluten den Instafeed – die Sehnsucht nach einem beschaulichem und oft auch leicht überästhetisiertem Leben scheint groß zu sein. Yogageformte Körper werden vor atemberaubender Palmen-Kulisse mit Vesco-Filtern getuned  – wobei sich mir die Frage stellt, wo hört die Freude am eigenen Weg auf und wo fängt dann wieder die Suche nach Anerkennung im Außen und die Selbst-Inszenierung an?

Im Netzwerk wollen wir also eher das Phänomen an sich diskutieren, seine Auswirkungen, seine Möglichkeiten, seine Sackgassen.

Was für uns im Großen gilt, das gilt auch im Kleinen – Qualität vor Quantität. Wir wollen nicht möglichst schnell wachsen, sondern möglichst lange spannend bleiben. Und freuen uns auf die gemeinsame Reise mit euch!

Kennt ihr Blogs, die zu uns passen könnten? Dann hinterlasst uns gerne einen Link in den Kommentaren!

Besucht die betterblogs auch auf Facebook und Instagram.

9 Comments

  1. Moni says:

    Das Netzwerk ist eine großartige Idee, ich stöber gleich einmal in den Blogs, die teilnehmen.

    Ich schreibe über Alternativen zu Psychopharmaka und zu einigen medizinischen und gesellschaftskritischen Themen zB werden psychiatrische Diagnosen manchmal zu schnell gestellt – bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder ein sensiblen, introvertierten Menschen, die unter Druck stehen usw. Ich möchte also absolut nichts verteufeln, aber den „Überdiagnostizierten“ Alternativen zeigen. Mein Blog: http://www.my-free-mind.at

    Lg, Moni

  2. Die Freiberuflerin says:

    Eine interessante und spannende Idee! Dann bin ich mal gespannt, welche Blogs demnächst bei euch zu finden sein werden!

    Liebe Grüße und viel Erfolg,
    Sonja von http://die-freiberuflerin.de/

  3. Stella says:

    Liebe Kea,

    Meiner Meinung nach fehlt neben dem ganzen inspirieren lassen ein wirklicher Austausch: Mit Fragen, Antworten und Gesprächen, die persönlich geführt werden. Das Internet bietet uns natürlich die Möglichkeit, mit Menschen in Kontakt zu treten, die meilenweit entfernt wohnen – das ist wundervoll. Aber wir sind auch bestens vernetzt und können oftmals auch einfach in den Zug steigen, um persönliche Gespräche zu führen und hinter die Kulissen zu schauen. Weil mich diese Komponente und die Menschen interessieren, habe ich also das Interview-Magazin fünfpluszwei gegründet: einen gesellschaftlichen Querschnitt, wenn man so mag. Das steht zwar noch am Anfang, könnte aber zu euch passen. Und wenn ihr mal Lust hättet, selbst interviewt zu werden oder mehr über das Konzept inklusive Fragenkatalog zu erfahren, meldet euch gerne!

    Alles Gute für euer Projekt,
    Stella
    (http://www.fuenfpluszwei.de)

  4. Mama streikt says:

    Finde Eure Idee interessant und bin gespannt auf Euch und die Umsetzung.

    Ich schreibe auf meinem Blog „Mama streikt“ darüber, dass die private Care-Arbeit (Kindererziehung, Pflege von Angehörigen) sichtbar werden muss und auch entlohnt werden sollte.

  5. Alice says:

    Uh Kea, ich möchte dir gerne meine Bewunderung aussprechen!
    Ich finde die Idee toll; die Vorstellung, mich über gesellschaftsrelevante Themen austauschen zu können beflügelt mich und weckt Begeisterung (selbst jetzt, todmüde nach einem laaangen, schweren Tag). Ich bin total beeindruckt, dass du das einfach so umsetzt! Da würde ich mir gerne eine Scheibe abschneiden,
    herzlichst, Alice

  6. Eclectic Hamilton says:

    Liebe Kea, was für eine wundervolle Idee und Inspiration. Da klick ich doch gleich mal rüber!
    Liebste Grüße von Ines

  7. Bettina says:

    Hervorragende Idee und mutig. Ich werde das Geschehen sehr gern verfolgen, weil ich selbst immer wieder ins Stocken gerate mit meinem Blog. Was will ich teilen, woran möchte ich selbst teilhaben, wovon will ich mich abgrenzen? Vielleicht gibt mir dieses Netzwerk ja den entscheidenden Impuls für eine Neuausrichtung meines Blogs. Ich freue mich sehr über deine Entschlossenheit dieses Projekt umzusetzen. Viel Erfolg.

  8. Eliane says:

    Eine ganz, ganz tolle Idee. Du sprichst mir so aus der Seele (wobei ich nichts gegen schöne Bilder habe )! Ich hoffe, mit meinem Buchblog http://www.mintundmalve.ch einen Beitrag zu einer besseren Gesellschaft zu leisten. Sei es mit Kooperationen mit NGOs zur Umweltbildung, Nachhaltigkeit, mit Inputs zur Leseförderung, meiner Serie zu Kinderbüchern ohne Geschlechterklischees oder „politischen“ Aktionen wie #bücherfürmehrweltoffenheit. Betterblogs gibt mir und meinem Blog im Motivationstief gerade wieder einen richtigen Schub! Danke!

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