Ist die Blogosphäre wirklich so apolitisch?

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Sagt mal, liebe Leute – wie apolitisch ist eigentlich die Blogosphäre? Ich muss mir da mal kurz Luft machen und das wird jetzt vielleicht ein bißchen weh tun.

Nach den Nachrichten aus London setze ich zwei Posts auf Instagram ab. Weil es mir ein inneres Bedürfnis ist. Und ich bin, sagen wir, mindestens irritiert, in welcher Nachbarschaft sich mein Gedicht für Liebe und Frieden wiederfindet: Eine Bloggerin freut sich über ihren neuen Rucksack. Das folgende Foto: Frisch gebackener Aprikosenkuchen. Nächstes Bild: Ein pinkes Sofa. Danach: Freude über ein neu besticktes Kissen. Sind wir im Biedermeier gelandet, oder was? Ist Eskapismus ins heimische Wohnzimmer und vors Backblech wirklich das einzige, was wir können? Halten wir Peace-Zeichen nur zur Dekoration ins Bild?

Leute, da draußen gibt es noch eine große Welt. In der geht es gerade ab, aber richtig. Aber auf instagram freuen sich Menschen über ihre Ranunkeln, erzählen uns, „es regnet nicht mehr, was will man mehr?“ Nun, mir würden da ein paar Dinge einfallen.

Ich will keinen Hass und keine Gewalt mehr. Ich will nicht mehr morgens die Nachrichten einschalten und ermordete Menschen sehen. Ich will nicht dabei zusehen, wie wahlweise Islamisten oder Rechtspopulisten es schaffen, einen Keil in die Gesellschaft zu treiben, der trennt, der Fremdenhass Tor und Tür öffnet, der Wegbereiter ist für Nationalismus und Angst.

Nach Paris, Nizza und Berlin war mein Instafeed deutlich gezeichnet. Ja, nur für einen Tag und da gab es genug Stimmen, die auch daran etwas zu mosern hatten: Plötzlich heuchele man Mitgefühl – aber ganz ehrlich: Jede Portion Liebe, jedes Gramm Zuversicht haben wir VERDAMMT nötig. Es gibt kein „zuviel“davon.

Und heute morgen? Nach London? Nichts. Kaffe- & Teebecher, bemalte Ostereier und Tulpenarrangements.

Gewöhnen wir uns langsam an Gewalt? Wie der Frosch, der im langsam heißer werdenden Wasser sitzt? Ja, Normalität ist wichtig, Freude ist wichtig. Trotzdem glaube ich: Wer Menschen auf den social media Kanälen erreicht, wer sich selbst „Influencer“ schimpft, wer Werbung macht für alle möglichen Produkte – darf der nicht auch Werbung machen für Liebe und Mitgefühl? Sollte er es vielleicht nicht gerade an einem Tag wie diesem? Und an den anderen Tagen eigentlich auch? Ist die Blogosphäre wirklich so apolitisch? 

Noch einmal: Es geht nicht darum, dass wir keine Freude mehr haben sollen an Alltäglichem und an schönen Dingen. Aber könnten wir unseren Einfluss nicht auch einmal ganz anders nutzen? Tut ein politisches Statement denn wirklich so weh? Die Welt braucht unser Engagement so dringend! Es reicht nicht, nur heimlich, still und leise gegen den Hass zu sein – wir müssen für die Liebe laut sein.

Blogosphäre

 

26 Comments

  1. *thea says:

    Da hast du sowas von Recht! Lasst uns für die Liebe laut werden!

    1. kea kea says:

      Danke für den Rückenwind, Thea! Jeder Beitrag ist einfach so wichtig – und wenn es nur ein flüchtiges Bild ist, auf Instagram. Martin Luther King hat es so wundervoll gesagt: „Wir müssen immerfort Deiche des Mutes bauen gegen die Flut der Furcht.“ Liebe Grüße zu dir!

  2. Eva-Catrin Reinhardt says:

    Liebe Kea, Du hast Recht. danke für Deinen Beitrag. Die Leute rennen Aufmerksamkeit und Geld hinterher, was es nach sich zieht. Laut werden für die Liebe finde ich ein gutes Motto…

    Liebe Grüße Eva-Catrin

    1. kea kea says:

      Ich danke DIR für die Rückmeldung, Eva-Catrin! Unsere Gesellschaft hat leider Status und Macht an die Stelle von Liebe und Mitgefühl gesetzt – aber das muss ja nicht so bleiben ♥ ♥ ♥. Auf die Liebe!

  3. Bettina says:

    Vielleicht wäre es eine gute Idee, sich von Plattformen wie Instagram zu verabschieden.

    Liebe Grüsse 🙂

    1. kea kea says:

      Oh Nein, Bettina, bestimmt nicht – ich überlasse der schweigenden Mehrheit das Feld sicher nicht ohne Widerstand 😉 Ich schätze die Plattform sehr, um meine Gedichte zeitnah mit meinen Leser*innen zu teilen und genieße den Austausch. Ich glaub, es ist wichtig, die Leute auch dort zu erreichen und ihnen mehr „zuzumuten“, als nur schicke Bildchen. Liebe Grüße! Kea

  4. Anni says:

    Liebe Kea,
    Du sprichst mir mal wieder aus der Seele und dein Gedicht trotzt nur so vor Wut und kraftvollem Trotz gegen das, was da passiert. Mir geht es genauso wie dir. Und: ich war gestern in London. Die Menschen sind erstaunlich ruhig geblieben, aber nicht ignorant. Und genau das habe ich mir auch von meinem Social Media Feed erhofft. Keine falschen Fakten und Hetze, aber Anerkennung der Situation. Und lieber eine Neue Abend schweigen auf Instagram, als seinen neuen Lippenstift in die Kamera halten. Mehr Liebe und Mitgefühl, statt Konsum und Egoismus.

    Danke für diesen Beitrag, du bist toll.
    Anni

    1. kea kea says:

      Hallo liebe Anni, ich danke dir für deine Rückmeldung ♥ Du hast es auf den Punkt gebracht: Lieber mal einen Moment schweigen, als einfach so zum Alltag übergehen, ohne mit der Wimper zu zucken. Die Reaktion aus London klingt gut und richtig, Danke, dass du davon berichtest! Panik und Angstmache brauchen wir nicht, aber Mitgefühl und ein „ich sehe, was da passiert und ich will die Welt anders haben“ ist für mich einfach so notwendig! Liebe Grüße an dich! Kea

  5. Theresa says:

    meine liebe Kea,
    laut sein für die Liebe, da bin ich ganz bei dir! Und statt den sozialen Medien vor Enttäuschung ganz den Rücken zu kehren, kann das auch einfach bedeuten, mal ein paar Bloggerinnen, die den eigenen Blick auf die Dinge nicht teilen, einfach zu entfolgen und sich stattdessen für andere Dinge stark zu machen. So verändert sich mit der eigenen Wahrnehmung auch zusehends der eigene Feed und deine Gedichte bekommen eine ganz neue und die ihnen gebührende Gesellschaft 😉
    Ich drück dich!

    1. kea kea says:

      Hallo liebe Theresa, Danke dir für deinen Besuch und Kommentar! 🙂 Stimmt, ich bin in letzter Zeit auch fleißig dabei, alte Accounts zu verabschieden und neue zu entdecken – aber es ist nicht leicht! Leider ist das meiste eben doch seichter Einheitsbrei. Und irgendwie will ich ja auch Schnittstelle sein, so, wie Souhela es schreibt. Deshalb poste ich auch wieder Bilder aus meiner Wohnung, die durchaus den gängigen Insta-Sehgewohnheiten entsprechen – und haue dann meine Texte und Gedanken dazwischen. Maulwurfmäßig sozusagen 😉 Es ist nämlich superschön, wenn ich die Rückmeldung von Lifestyleblogger*innen bekomme, dass ich sie inspiriert habe, sich mehr Gedanken zu machen. Ich drück fest zurück!

  6. Souhela says:

    Hallo du Liebe!
    Ich bin diesbezüglich gespalten. Ich bin grundlegend deiner Meinung und habe diese früher mit revolutionärem Geist verteidigt. Ich beschäftige mich eigentlich viel mit diesen Themen, unterdrücke sie aber mittlerweile auch, weil sie mich teilweise einfach kaputt machen. Bin so zwiegespalten, wanke hin und her zwischen Ohnmacht und Tatendrang… es gibt durchaus eine „große“ Community, die sich solchen politischen und sozialen Themen widmet (mein Tipp z.B. Jürgen Todtenhöfer). Aber es stimmt, so Leute wie du und ich sollten vielleicht die Brücke zwischen den „beiden Communities“ bauen?!!? Nicht verabschieden aus Instagram, sondern verbinden.

    1. kea kea says:

      Ach Liebes, ich weiß, was du meinst! Es kann einen niederdrücken – aber geeeenau deswegen ist es so wichtig, Gleichgesinnte zu haben. Die Rückenwind geben, die sagen: Das ist richtig, was du machst, weiter so. Die helfen, Durststrecken und die Müdigkeit der gegen-Windmühlen-Kämpfer*innen zu überstehen. Du hast es schön gesagt, mit der Brückenfunktion, ich hab es schon in der Antwort auf Theresas Kommi geschrieben – ich bin gerne Bindeglied zwischen diesen „Welten“. Seltsam, mir fällt gerade auf, dass ich das schon in der Schule war. Ich hatte Freundinnen in der Clique der „schönen It-Girls“ und gleichzeitig bei den Alternativen und den Superbrains (um das mal so auf die Schnelle in Schubladen zu stecken) – ich finde, das bereichert den eigenen Horizont UND den der anderen 🙂 In diesem Sinne verbinde ich gerne immer weiter, auch auf Instagram. Fühl dich umärmelt!

  7. Aleshanee says:

    Guten Morgen!

    Wir hatten uns darüber ja schon kurz auf FB ausgetauscht und dir gesagt, dass ich grad auf meinem Blog, der sich ausschließlich mit Büchern und Lesen beschäftigt, solche Themen meide. Für mich gehören sie da einfach nicht dazu.
    Dagegen hab ich natürlich nichts und ich finde es immer toll, wenn sich Menschen für etwas Gutes einsetzen und das auch unter die Leute bringen wollen.
    Warum das so wenige machen … ich finde das gar nicht mal, denn wie oft liest man eine volle Timeline, wenn mal wieder etwas Schlimmes passiert ist – aber eben nur dann. Ich denke, wir sind teilweise schon so übersättigt von diesen ganzen Hiobsbotschaften und gleichzeitig so überfordert, weil man nicht weiß, wie man noch reagieren soll oder was man dagegen tun kann.

    Jedenfalls finde ich deinen Beitrag aufrüttelnd und wichtig und deshalb hab ich ihn auch heute in meiner Stöberrunde verlinkt 😉

    Wünsche dir ein schönes Wochenende!
    Aleshanee

    1. kea kea says:

      Hallo Aleshanee,
      vielen Dank für die angeregte Diskussion mit dir, deinen Kommi bei mir und die Verlinkung in deiner Stöberrunde 🙂
      Natürlich kann man sich von der Flut all der negativen Nachrichten aus aller Welt auch hin und wieder überrollt fühlen – die eigene Ohnmacht wird dann so spürbar, das kenne ich auch. Das ist einfach auch menschlich. Dann finde ich eine Pause auch gut und richtig – um dann mit frischem Elan wieder weiterzumachen.
      Zum Thema „das passt nicht zu dem, was ich sonst mache“ hab ich ja schon auf fb einiges geschrieben und beziehe mich gleich in der Antwort auf Rahels Kommentar auch noch mal darauf 🙂
      Liebe Grüße an dich,
      Kea

  8. Reumütiger Weltschmerz. Warum Nachhaltigkeit ein Statement ist says:

    […] uns dann ein neuer Biedermeier attestiert wird – könnten wir uns dagegen wehren? Stimmt das nicht? Suchen wir nicht den Schutz im […]

  9. HIMMELSSTÜCK | Rahel says:

    Liebe Kea, im Grundsatz gebe ich dir Recht und wir sollten öfter öffentlich laut werden.
    Aber ist Insta der richtige Platz dafür? In meinem Fall kann ich das ganz klar NEIN sagen. Meine Follower interessieren sich für schöne Dinge, Interieur, Dekorationen .. einfach schön anzusehende Bilder. Mehr nicht. Würde ich mich in anderen Kreisen bewegen und hätte z. B. viele Tierschützer und politisch expressivere Follower, dann würde ich ganz klar JA sagen. Ich persönliche folge Personen wie dir und anderen Instagramern gerne, auch als Gegengewicht zur schönen, heilen Welt. Und dort teile ich meine Meinung dann auch in Kommentaren. Aber auf meinem eigenem Feed tue ich das nicht. Nicht, weil ich mich nicht traue, sondern weil meine Leser nicht die richtige Zielgruppe dafür sind.
    Liebe Grüße, Rahel

    1. kea kea says:

      Liebe Rahel,
      Danke dir für deine Rückmeldung!
      Wenn ich aus marketingtechnischer Sicht auf das schaue, was du geschrieben hast, hast du natürlich recht – und auch all die Blogger*innen, die ihren Blog als Business betreiben, wollen ihre Zielgruppe bedienen.
      Aber aus menschlich/gesellschaftlicher Sicht sehe ich das ganz anders – wir sind alle Teil der Weltgemeinschaft und genießen den unfassbaren Luxus, in einer beispiellos langen Periode des Frieden und Wohlstandes zu leben. Wohlbemerkt auf Kosten anderer – wir dürfen uns Gedanken um Blümchen und Kerzenhalter machen, weil es anderswo Menschen sehr viel schlechter geht. Und die bekommen davon keinen Urlaub, müssen damit auch 24 h am Tag leben. Irgendwie sind sie, in meinen Augen, auch Teil des Ganzen. Denn ohne sie gäbe es unsere heile Instawelt überhaupt nicht. Also möchte ich ganz explizit NICHT, dass das Bewusstsein für die Probleme der Welt nur in abgeschlossenen Filterblasen von Tierschützer*innen und Politblogger*innen lebt – sondern überall. Ich will, dass Mitgefühl, Achtsamkeit mit Mensch, Tier und Natur und ein bewusster Umgang mit der komfortablen Situation, in der wir uns befinden, Mainstream wird. Ich weiß, das ist vielleicht naiv. Aber ich kann nicht aus meiner Haut, ich kann nicht aufhören, es zu versuchen.
      Auf meinem eigenen Instafeed lebe ich gerade den Spagat – ich poste seit einiger Zeit wieder mehr Bilder aus meinem „hübschen“ Leben, unserer schönen Wohnung, des süßen Lebens, der Bücherschränke. Und poste dazu einen Spendenaufruf für den Bau einer Schule in Syrien. Weil ich weiß, dass ich mit ästhetischen Bildern eine Menge Menschen erreiche. Warum nutzen wir unsere Gabe, mit unseren Fotos Aufmerksamkeit zu generieren nicht AUCH dafür, Gutes zu tun? Warum das ausklammern? Das ist doch eine wundervolle Gelegenheit!
      Liebe Grüße,
      Kea

  10. Jana says:

    Hallo Kea,
    ich war lange nicht mehr hier, da dein Artikel aber gerade ein paar Wellen schlägt doch wieder hier gelandet. Zum Glück!
    Ich verstehe deine Aussagen, weiß aber nicht, ob ich ihr zustimmen kann. Ich finde es ehrlich gesagt auch unerträglich, wenn jemand Aprikosenkuchen postet, am Tag des Anschlags ein paar ernste Worte und am nächsten Tag wieder eine Kaffeetasse. Für mich wirkt das dann einfach halbherzig. Und wenn man nur ein Peacezeicher oder sonst etwas postet, weil es in solchen Zeiten erwünscht ist, finde ich es auch schlimm.

    Ich bin generell für mehr Haltung und Meinung. Für ein politisches Verständnis, denn gerade Fashion, Beauty oder Interior sind höchstpolitische Themen. Schließlich bestimmt die Politik, was für Zusatzstoffe erlaubt sind und was importiert werden darf. Ich bin dafür, dass sich generell mehr Menschen mit der Welt auseinandersetzen und nicht nur dann, wenn wieder etwas passiert ist.

    Also ja, ich bin für mehr Meinung und Flagge-zeigen. Aber nur, wenn da etwas hinter steckt.

    1. kea kea says:

      Hallo Jana, vielen Dank für deinen Kommentar, ich freue mich, dass der Artikel zum Austausch anregt.
      Dass es nicht darum geht, halbherzig irgendetwas zu posten, weil es „gewünscht“ ist, versteht sich ja eigentlich von selbst, von sowas habe ich natürlich nicht gesprochen in meinem Artikel. Selbstverständlich sollten solche Bilder und Texte nur aus dem Herzen entstehen und nicht auf Druck von außen – wobei ich den Druck, zielgruppengefällig zu posten bei diesen Themen auch gar nicht so sehr sehe, das gehört für mich eher in den Lifestylebereich, wo eben eine ganz bestimmte Ästhetik und ein sehr eng definierter Lifestyle promotet wird, der Ausnahmen nur noch schwer zulässt.
      Natürlich ist auch unser privater Konsum politisch – aber dann müssen wir die Sache auch zu Ende denken. Der reine Austausch konventioneller Produkte durch grüne Produkte ändert am Prinzip der Bedürfniserweckung bei eigentlich längst satten Menschen auch nichts. Manchmal kommt mir diese ganze Industrie, ob grün oder nicht, vor, wie Brot und Spiele für die Menschheit, die dann so mit der Befriedigung ihrer Kaufbedürfnisse beschäftigt ist, dass sie sonst nicht mehr viel mitbekommt. Ich zitiere hier auch nochmal den Satz und den Artikel, denn Jenni von mehralsgrünzeug verlinkt hatte:
      „So if you really care about the environment, climb on out of your upcycled wooden chair and get yourself to a town hall meeting.“ https://qz.com/920561/conscious-consumerism-is-a-lie-heres-a-better-way-to-help-save-the-world/
      Den finde ich wirklich stark. Wir dürfen nicht Halt machen bei unserem eigenen Konsum, wir müssen auch darüber hinaus Wege in die politischen Handlungsspielräume finden. Und ich glaube übrigens ganz fest daran, dass BloggerInnen Influencer sein können – auch als FürsprecherInnen dafür, den Hintern vom Sofa zu klauben und auf die Straße, in den Ortsbeirat und in ein ehrenamtliches Projekt zu gehen. Ich sehe uns da in der Pflicht, denn wir genießen durch den Ort unserer Geburt unglaubliche Privilegien, die uns nicht nur große Freiheiten schenken, sondern auch die Verantwortung, uns zu engagieren. Und sehr gerne auch auf unseren Blogs.

  11. Susanne says:

    Liebe Kea,
    für die Liebe laut werden, JA, ich bin dabei! Und ich kann dich gut verstehen. Mich berührt das auch sehr. Menschen, die nie mehr nach Hause kommen. Eine Mutter, die ihre Kinder abholen will, aber niemals bei ihnen ankommt… Diese Vorstellung allein bricht mir fast das Herz. Ich will stark sein für uns, für eine neue Gesellschaft. Ich möchte etwas tun. Ich möchte der Liebe eine Stimme geben. Aber manchmal, da fühl ich mich so machtlos und weiß nicht, was ich tun kann. Also mache ich es im Kleinen. In meinem Umfeld, dort engagiere ich mich, und hoffe, dass meine Liebe mehr Menschen erreicht. Wird es reichen? Ich weiß es nicht. Doch ich vertraue auf das Gute in uns allen. Denn letzendlich bringt die Liebe das Licht zurück, oder?

  12. Mikka Gottstein says:

    Huhu!

    Das sind sehr interessante und wichtige Gedanken. Ich kann verstehen, dass du manchmal mit dem Kopf schüttelst, muss aber zugeben, dass ich selber auf meinem Blog, meinem Instagram, FB etc. sehr unpolitisch bin. Letztens habe ich mich gefragt, warum das eigentlich so ist, denn offline unterhalte ich mich sogar viel über das Weltgeschehen und Politik…

    Eskapismus trifft es vermutlich ganz gut. Irgendwie trenne ich das: offline ist die Welt mit all ihren Problemen, online ist mein kleines Bücherparadies. Wahrscheinlich liegt es auch zum Teil daran, dass ich mich selber gar nicht als Influencer sehe! Aber eigentlich ist das ja Quatsch: wer einen Blog hat und eine noch so kleine Leserschaft, der hat auch einen gewissen Einfluss.

    Ich bin zwiegespalten. Einerseits finde ich, gerade in der heutigen Zeit ist es wichtig, auch Freude an den kleinen Dingen zu finden und sich nicht von Terrorismus und co. die Freude am Leben verderben zu lassen. Anderseits geht das alles ja nicht weg, nur weil wir die Augen davor verschließen. Vielleicht ist es einfach eine Frage der Balance.

    Das Gedicht ist großartig, und ich werde sicher noch länger darüber nachdenken!

    Ich habe diesen Beitrag HIER für meine Kreuzfaht durchs Meer der Buchblogs verlinkt!

    LG,
    Mikka

    1. Mikka Gottstein says:

      …auch, wenn dieser Blog ja eigentlich strenggenommen kein Buchblog ist… 😉

  13. Zeilenzunder says:

    Endlich bekommt Hello Mrs Eve von Instagram ein Gesicht! 😀 Oder besser gesagt einen Blog. Ich habe es geschafft, endlich mal auf deiner Seite zu stöbern und sie gefällt mir wirklich sehr gut! Freue mich, endlich hier zu sein.

    Zu deinem Beitrag:
    Das Thema finde ich etwas schwierig. Im Allgemeinen kann ich dir nur zustimmen. MEHR Menschen sollten den Mund aufmachen. MEHR Menschen sollten ihre Meinung äußern und Stellung beziehen. Vor allem Personen aus dem öffentlichen Leben sollten ihre Position und die Aufmerksamkeit, die sie bekommen, nutzen, um über wichtige Themen zu sprechen…

    ABER:

    Soll die Welt stehen bleiben, wenn etwas Schlimmes passiert? Sollen Beauty- und Fashionblogger auf einmal politische Beiträge verfassen, wenn etwas Wichtiges oder Schreckliches auf der Welt passiert? Ich finde nicht. Ich bekomme auch das Kotzen, wenn ich Influencer beobachte, wie sie ausschließlich irgendein Produkt in den Himmel loben, obwohl es scheiße ist und ansonsten NIE etwas von sich preisgeben, etwas von SICH erzählen, ihre Meinung sagen und von vorne bis hinten alles andere als authentisch sind. Von denen will aber auch niemand ein politisches Statement hören. Diese Menschen sind, wie sie sind und nicht der Rede wert. Das ist meine Meinung.
    Was andere Blogger angeht, finde ich es gut, dass du ihnen ein Beispiel bist; dass man seinen geplanten Beitrag vielleicht auf morgen verschieben kann, um über etwas aktuelles zu reden. Ich nutze z.B. gerne die Instastorys, um über solche akuten Dinge zu sprechen. Dennoch finde ich, dass nicht jeder Blogger alles stehen und liegen lassen muss, wenn etwas passiert. Ein Fashionblog darf gerne ein Fashionblog bleiben und muss keinen politischen Beitrag dazwischen quetschen, nur weil man es von ihr oder ihm erwartet. Trotzdem kann man eben soziale Netzwerke für genau SO etwas nutzen.

    Das ist aber nur meine Meinung 🙂 und ich verstehe deinen Standpunkt sehr gut.

    LG Lena

    PS: Ich freue mich schon auf weiteres Stöbern auf deinem Blog <3

  14. Kea schreibt über Poesie im Blog & auf Instagram – ein Lebenselixier | #Interview says:

    […] Kea, wir sind uns virtuell in der Facebookgruppe Bloggeria über deinen Artikel „Ist die Blogosphäre wirklich so apolitisch?“ begegnet. Mich erwischte deine Aussage „Jede Portion Liebe, jedes Gramm Zuversicht haben wir […]

  15. BloggerInnen für Demokratie – die offene Gesellschaft braucht uns – Kea schreibt – Lyrik & Text Blog says:

    […] einmal ist es ja so, dass ein großer Teil der Blogosphäre erschreckend apolitisch um sich selbst kreist. Das tut weh, aber es ist wahr. Dabei kann es so sinnstiftend sein, sein […]

  16. Esra says:

    Toll auf den Punkt gebracht und tolles Gedicht <3
    Ich persönlich nutze eher den Blog für solche Dinge. Auf Instagram werden politischere Beiträge einfach überscrollt… Zumindest von meiner Zielgruppe 🙁
    lg
    Esra

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