Weihnachtsdeko 2016 – skandinavisch by nature

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Weihnachtsdeko 2016

Weihnachtsdeko 2016Wahnsinn, in drei Wochen ist Weihnachten! Dieses Jahr ist an mir vorbeigeflitzt wie ein D-Zug – an euch auch? Da kommt er mir gerade recht, der Advent, der ja immer auch die Erinnerung an’s zur-Ruhe-kommen im Gepäck hat. Und dieses Jahr habe ich mir, ganz im nachhaltigen Sinne von hello mrs eve, ein Motto gesetzt: K-E-I-N-E neue Advents-Deko kaufen. Uff. Ist für mich ungewohnt, schließlich habe ich im letzten Jahr gleich vier mal unterschiedlich weihnachtlich dekoriert. (Wer Lust hat auf Inspiration kann sich gern durch die schlichte, skandinavische Weihnachtsafel, die opulente viktorianische Variante, die natürliche Adventsdeko und das Misteltoe-Printable klicken.)

Weihnachtsdeko 2016

Für die Weihnachtsdeko 2016 aber gilt für mich: Weniger ist mehr. Skandinavisch schlicht soll sie sein, ohne Glitzer und Kugeln, dafür mit viel Weiß und Leinen. Ich habe es dann mit meinem Shoppingverzicht auch fast geschafft, eine nachhaltige Deko daraus zu machen – aber nur fast. Später dazu mehr.

Weihnachtsdeko 2016

Den Anfang macht Grün in Form von Fichte und Kiefer – ihr könnt mir glauben, als ich mich an das Gesteck gemacht habe, hat es im ganzen Raum gerochen, als hätte ich mir ein Erkältungsbad eingelassen 😀 Wunderbar, der Duft weht uns immer noch entgegen, wenn wir das Zimmer betreten, aus Katzen-Sicherungsgründen ist es ja meistens abgeschlossen. Ich hatte noch alten Steckschaum, den ich für mein Nadelbaum-Ensemble, das das Herzstück der Tischdeko bildet, verwendet habe – nachhaltiger geht es mit Moos, das ihr mit Draht umwickelt und dann mit Zweigen eurer Wahl bestückt. Das Ganze dann in eine niedrige, feuchte Schale stellen, so habt ihr lange Freude am Tischschmuck.

Weihnachtsdeko 2016

Weihnachtsdeko 2016

Weihnachtsdeko 2016

Hmm, okay, gaaanz shoppingfrei ist meine Weihnachtsdeko 2016 dann doch nicht geworden – aber aus verdammt gutem Grund: Susann vom Blog kiwikado hat mich mit diesem Artikel über nachhaltige Kerzen darauf aufmerksam gemacht, dass die meisten Kerzen, die in Deutschland so vor sich hin brennen aus Mineralöl (irks) oder Palmöl (irks, der Regenwald) hergestellt werden. Alternativen hingegen sind Kerzen aus Bienen-, Soja- und Rapswachs und so schritt ich zur Tat und so bestellte ich mir zwei cremeweiße Stumpenkerzen aus Rapswachs bei Bio Naturwelt. Kostenpunkt pro Kerze sind 6,90 € und ich war besonders überrascht von ihrer Haptik – ganz ehrlich, die sind so schmusig weich, dass ich sie eigentlich lieber streicheln, statt abbrennen will 😀 Am Rande, dies hier ist kein bezahlter Blogbeitrag oder eine Kooperation, sondern einfach nur ein Tipp von mir für euch! Gutes muss schließlich geteilt werden, stimmts?

Weihnachtsdeko 2016Weihnachtsdeko 2016

Klingt soweit doch eigentlich ganz grün? Stimmt, aber mit den Veränderungen ist es eben so: Man macht nicht direkt alles richtig. Aus irgendeinem Grund habe ich mich nämlich, als ich mich ganz stolz dazu entschieden habe, meine Anhänger in Elch- , Stern- und Schneeflockenform selbst zu basteln, zu Fimo gegriffen. Ohne – weiß der Geier, warum – darüber nachzudenken, was ich da eigentlich unter meinen Fingern knete. Die liebe Jenni von mehr als grünzeug hat meine weihnachtliche Bastelei auf Instagram verfolgt und zurecht den Finger in die Wunde gelegt mit ihrer Frage: Was ist Fimo eigentlich? Wikipedia spuckte dann etwas recht unschönes aus, was nach PVC und Weichmachern klang. Bäh. Da stand ich nun, mit meinen aus Keksausstechern ausgestanzten Anhängern und fragte mich: Kann ich sowas noch verbloggen, wenn ich mich als nachhaltige Interior Bloggerin bezeichne?

Weihnachtsdeko 2016 Weihnachtsdeko 2016 Weihnachtsdeko 2016

Natürlich hätte ich jetzt auch noch eine zweite Fuhre Anhänger aus natürlicher Rohmasse herstellen können, aus Salzteig zum Beispiel, aber dann wären diese Anhänger nie zum Einsatz gekommen und vermutlich hätte ich sie irgendwann entsorgt. Auch nicht wirklich nachhaltig. Nun sind sie mir eben ein stetiges Andenken daran, auf Material zu achten und ich hoffe, ihr nehmt es mir nicht krumm, dass ich auch nur ein Mensch bin und eben zusammen mit euch und meinem Blog ins Thema Nachhaltigkeit hineinwachse.

Natürlich gebe ich euch aber die Alternative noch an die Hand: Weil Mamas manchmal eben einfach bewusster mit dem umgehen, was sie zusammen mit Kinderhänden verarbeiten, gibt es hier ein Salzteig-Anhänger-Rezept von Saskia von a lovely journey, die bei cuchikind damit zu Gast war. Nachtrag: Über die Facebook-Seite von hello mrs eve habe ich noch folgenden Super-Tipp von Saskia bekommen: „Um einen ähnlich hellen Fimo-Look wie auf dem Bild hinzubekommen würde ich statt Salzteig folgendes nehem: 60g Maisstärke, 120g Backnatron, 80 g Wasser – das ganze dann einfach verarbeiten und für ca 45 Minuten bei 80 Grad im Ofen backen!“

Weihnachtsdeko 2016Weihnachtsdeko 2016

Vielleicht kann meine Weihnachtsdeko euch – trotz oder wegen der kleinen Stolperfallen – eine Inspiration sein. Und nun hoffe ich, dass ihr mich nicht mit Fimo-Klümpchen steinigt, sondern Verständnis dafür habt, dass auch für mich das Ziel des nachhaltigen Interior Designs noch eine Herausforderung ist. Danke, dass ihr mir mir auf der Reise seid!

11 Comments

  1. Tabea says:

    Dass du keine Weihnachtsdekoration kaufst, finde ich sehr vorbildlich! Die kommt meist eh nur so kurz zum Einsatz und man kann eben so leicht was selbst machen oder altes wiederverwenden.
    Die Idee mit dem Salzteig ist super, aber ich gebe zu, dass ich gar nicht darauf gekommen wäre, Fimo zu hinterfragen, weil es eben bei diy-Bloggern so oft zum Einsatz kommt. Danke also für diese Anregung. Ich hab da dann aber gleich noch eine Frage: bleibt der Salzteig jahrelang fest und haltbar oder muss ich da nach einer Zeit neue Anhänger basteln?

    Die Anhänger sind übrigens echt hübsch und deine nachhaltige Kerzenwahl ist auch spitze. Ich selbst habe ja gar keine Deko in meiner Wohnung, da ich eh nicht viel zu Hause bin und keinen Wert auf sowas lege. Mir reicht es, die erleuchtete Innenstadt und die geschmückten Gärten der Nachbarn zu bewundern 😉

    Liebe Grüße

    1. kea kea says:

      Liebe Tabea, vielen Dank für deinen lieben Kommentar 🙂 Ganz einfach ist es nicht, an all den schönen Anhängern und Kugeln vorbeizugehen, wenn ich mit Freunden in der Stadt bin, aber es klappt das erste Mal dieses Jahr alles in allem doch erstaunlich gut! Danke, dass ich nicht die einzige bin, die beim Thema Fimo erstmal dachte, selbermachen ist doch immer nachhaltiger, als kaufen. Leider gibt es da eben doch noch mehr Aspekte zu beachten. Deine Frage habe ich gleich mal an Mama Google weitergegeben – da gab es dann nur die Anweisung, Tapetenkleister beizumischen und das Ganze mit Klarlack zu versiegeln, um Schimmel zu vermeiden. Beides gibt es natürlich auch in umweltfreundlicheren Varianten (auf Basis von Naturmaterialien zum Bsp. bei auro, die ich kürzlich entdeckt habe). Trotzdem muss man sich natürlich überlegen, ob man das möchte oder ob die Salzteiganhänger dann nur eine Saison lang zum Einsatz kommen. Ui, du bist ganz und gar dekofrei? Meinen Respekt! Aber es stimmt schon, ich liebe es zur Zeit auch, beim Spazierengehen die Sterne und Lichter in anderen Wohnungen zu bestaunen 🙂 Liebe Grüße zu dir! Kea

  2. Flo | Tasteboykott says:

    Das mit den Kerzen wusste ich vorher gar nicht, da ärgere ich mich jetzt, in letzter Zeit ein paar neue, natürlich nicht ökologische gekauft zu haben.
    Und über die Inhaltsstoffe von Fimo habe ich wie du auch nie nachgedacht, aber so ein kleiner Fehlgriff sei dir ja bei deinen ganzen Bemühungen verziehen, niemand ist perfekt und das Vorhaben eines nachhaltigeren Lebensstils zählt in erster Linie. Jetzt profitieren wir als Leser immerhin zweifach: In Form schöner, zu bestaunender Anhänger und eines Denkanstoß.
    Herzlichst, Flo!

    1. kea kea says:

      Guten Abend Flo, Danke für die verständnisvolle Rückmeldung 🙂 Da bin ich echt erleichtert! Seit ich mich um einen nachhaltigen Interior Design Blog bemühe, habe ich auch irgendwie die Angst im Nacken, etwas Falsches zu machen und dann dafür attackiert zu werden, wie es ja zum Beispiel oft bei Blogs im Bereich Veganismus ist. Für mich war die Info mit den Kerzen auch ganz neu! Seit ich Leo DiCaprios „before the flood“ gelesen habe, bin ich auch für Palmöl nochmal ganz besonders sensibilisiert und versuche, so gut es geht, Produkte zu vermeiden, für die Orang Utans ihre Waldheimat verlieren. Ich finde es schön, dass ihr diesen Weg mit mir geht und mich beim Umdenken begleitet – ärger dich nicht über die Kerzen, ich versuche, es auch mit dem Fimo nicht zu tun. Denn die Hauptsache ist doch, dass wir es verstanden haben und in Zukunft besser machen 🙂 Liebe Grüße zu dir! Kea

  3. Jenni says:

    Liebe Kea,

    endlich komme ich einmal dazu, unter diesem schönen Beitrag von dir auch einmal einen Kommentar zu hinterlassen (dabei habe ich ihn schon lange gelesen). 🙂
    Ich finde es super-ehrlich und -konsequent, dass du die Dekoration mit Fimo trotzdem verbloggst – das passt wirklich gerade thematisch sehr schön mit meinem aktuellen Post (oder andersherum: mein aktueller Artikel passt gut zu deinem hier 😉 ) und ich glaube, es ist wirklich wichtig, dass wir nicht nur das perfekte, glattpolierte Endergebnis, sondern auch den Weg dahin dokumentieren. Als Geschwindigkeits-Herausnehmer für uns selbst, aber auch als Zeichen für andere: So perfekt muss man nicht sein, kann man womöglich auch gar nicht.
    Das ist nur authentisch und menschlich – und genau das macht das Leben doch so wunderbar. 🙂

    P.S.: Danke dir übrigens für den tollen Link zum Kerzenbesorgen – ich bin schon fast wahnsinnig geworden bei der Suche nach veganen und nachhaltigen Kerzen!

    Liebe Grüße
    Jenni

    1. kea kea says:

      Hallo meine Liebe! Ich freu mich, dass du vorbei schaust und Danke dir für deine lieben, bestärkenden Worte! Du hast es schön formuliert, wir dokumentieren eben unseren eigenen Weg und sind nicht dazu da, bereits das „perfekte“ Endergebnis abzuliefern. Außerdem finde ich es total schön, dass Saskia uns dann noch ein Rezept verraten hat, das dem Fimo-Ergebnis optisch nahe kommt: So ein schönes Miteinander, davon wünsche ich mir in der Bloggerszene noch mehr und habe das Gefühl, dass es speziell bei grünen BloggerInnen oft anzutreffen ist – so kann es weitergehen, oder? ♥♥♥ Oh, sehr gern, ich freu mich, wenn die Kerzen dir auch so gut gefallen – berichte mir bitte, ob du sie auch andauernd antatschen musst 😀 Liebste Grüße!

  4. Nadine – breukesselchen says:

    Ach, meine Liebe! <3
    So schöne Tischdeko und dann auch selbstgemacht! Das ist doch der Anteil an Nachhaltigkeit, den man eben am Schnellsten umsetzen kann. Und ja, Fimo mag nicht ein nachhaltiges Produkt sein, doch ich bin mir sicher, das diese Packung Fimo schon länger bei dir in der Schublade lag und nun einfach genutzt werden sollte – statt es einfach wegzuschmeissen?!

    Ich kann dich gut verstehen. Es ist nicht so einfach in unserer Konsumwelt den Spagat zu machen. Doch kleine Schritte sind auch Schritte. Und deine Ehrlichkeit rüttelt uns immer wieder auf und regt zum Nachdenken beim Kaufen an. Und wenn das keinen Einfluss hat, weiss ich auch nicht! Mache dir die Umstellung nicht so schwer. Wie du sagst, du bist auch nur ein Mensch und Veränderungen brauchen Zeit. Auch ich muss mich damit abfinden, dass all die Veränderungen in meinem Leben durch Umzug etc. einfach Zeit kosten und ich nicht wieder gleich losstarten kann. Und das fällt mir gerade verdammt schwer, dies zu akzeptieren. Doch das muss ich, sonst drehe ich mich im Kreise.

    Ich hatte mir diese Weihnachten vorgenommen, möglichst keine neue Deko mehr zu kaufen. Bisher hat es geklappt, auch wenn die Verführungen ÜBERALL lauern. hahaha Wie gesagt, zur Zeit habe ich mit dem Faktor Zeit und Fokus zu kämpfen. Die Zeit rennt mir zwischen den Fingern davon und Weihnachten steht schon stramm vor der Tür….
    Ob ich den Blogwiedereinstieg finde, ich hoffe es!
    Alles Liebe und dicke Umarmung, Deine Nadine 🙂

    1. kea kea says:

      Hallo Süße, Danke für deinen liebevollen Kommi! ♥ Es freut mich sehr, dass mein eigenes Probieren und mich-weiter-tasten euch zum Nachdenken bringt und vielleicht den einen oder anderen Impuls setzen kann. So betrachtet, kann das eventuell sogar motivierender sein, als die Darstellung von einem vermeintlich perfekten, nachhaltigen Leben – schließlich fühlt man sich von zu viel des Guten auch oft erschlagen und hat das Gefühl, das ist so überfordernd, dass man gar nicht erst anfangen will. Dabei sind es genau die vielen, vielen kleinen Schritte, die uns ans Ziel bringen. Ich hoffe, du kommst weiterhin gut an im neuen Heim und schaffst es, dir Zeit für dich freizuräumen. Ich ertappe mich in letzter Zeit auch manchmal wieder bei den „ich muss mehr bloggen“-Gedanken, aber: Wer sagt das? Müssen tun wir das doch eigentlich gar nicht. Also nimm dir Ruhe und Zeit für dich und wenn es wieder fließt, dann machst du weiter 🙂 Musste gerade an unser gemeinsames unter-der-Treppe-Mittagessen in Hamburg auf der blogst denken – das war so schön! Fühl dich umarmt! Kea

  5. Susanne says:

    Hallo Kea, du Liebe!
    Deine Dekoration finde ich wunderschön! Und du hast dir gute Gedanken gemacht. Das ist es doch, was zählt. Man kann nicht immer alles perfekt machen. Nachdenken und Nachhaltigkeit ist wichtig. Ich glaube aber auch, dass man sich damit nicht verrückt machen darf. Hast du nicht mal so einen tollen Artikel darüber geschrieben, dass nicht immer alles schwarz und weiß sein kann und auch das Grau durchaus seine Daseinsberechtigung hat?
    Alles Liebe und noch eine besinnliche Adventszeit,
    Susanne

    1. kea kea says:

      Guten Morgen, liebe Susanne! Ich freu mich sehr, dass dir mein Vorschlag für die Weihnachtstafel-Deko gefällt – im Grunde kann man sie ja auch mit einem Gang in Wald und Speisekammer nachstylen und das finde ich besonders schön 🙂 Ich muss gestehen, dass ich nicht direkt weiß, welchen Artikel du meinst, aber ich stimme der Aussage von mir dann definitiv zu 😀 Als Privatmensch kann ich die Grautöne inzwischen ganz gut annehmen, als Bloggerin habe ich immer noch ein paar tiefsitzende Befürchtungen, man könnte mich dann öffentlich angreifen – was man manchmal selbst so im Netz liest, möchte man ungern auch erleben müssen. Umso schöner, dass ich mit euch so liebe und verständnisvolle LeserInnen habe, die mit mir zusammen dazu lernen – Schritt für Schritt. Ganz liebe Grüße und eine kerzenreiche, gemütliche Zeit für dich!! Kea

  6. Roxxy says:

    Seit ein paar Jahren habe ich diesen Stil beobachtet und gesehen wie er so viele Leute gewonnen hat, und ich kann das total nachvollziehen, es ist simpler, stiller und einfacher als die anderen Stils. Dein Deisgn ist rein und sehr gemütlich, tolle Arbeit!
    LG
    Roxxy

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