Wie wir glücklich und frei lieben können

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Romantische Liebe

Ich wollte immer etwas finden, das größer ist, als die romantische Liebe. Ich wollte nie daran glauben, dass die Beziehung zu einem anderen Menschen die Krönung meiner Existenz sein soll. Ein Leben, das uns doch ganz allein gehört, das doch rot in uns leuchtet, pulsiert und atmet, schon lange, bevor wir überhaupt den ersten Filmkuss unseres Leben sehen und ihn erstmals nicht mehr eklig finden, weil die Pubertät sich leise anschleicht.

Schon wenn wir als Kinder einem Schmetterling hinterherlaufen, fühlen wir doch alle Schönheit des Lebens in uns, wenn wir in ein Stück warmen Schokoladenkuchen beißen oder nach einer tiefen Krise morgens aufwachen und feststellen, dass wir noch da sind, die Tränen getrocknet sind und sich unsere Brust hebt und senkt – ist nicht all das Wunder genug?

Warum ist die Gesellschaft so unendlich versessen darauf, zu glauben, dass wir uns erst in einem anderen Menschen vollenden können? Dass die romantische Liebe, die ewig währt, das Ziel der Ziele, der Royal Flush der Emotionen ist?

Selten hat mir deshalb ein Post so sehr aus der Seele gesprochen, wie dieser hier aus dem „The I’m tired“ Project. Darin wird Müdigkeit bekundet – Müdigkeit gegenüber dieser Besessenheit der Welt von der romantische Liebe. Ein verengter Blickwinkel auf das Leben, der so viel Freude, Schönheit und andere Formen von Liebe zu Gefühlen zweiter Klasse degradiert. Und nicht selten auch noch genau jenes zarte Gefühl zwischen zwei Menschen mit großer Wahrscheinlichkeit erstickt. Zu große Erwartungen. Zu viel Bedeutung.

Romantische Liebe

Und auch mir geht es so: Ich bin unendlich müde. Müde davon, zu hören, Beziehungen seien gescheitert, weil sie nach einigen gemeinsamen Jahren zu Ende sind. Ich glaube nicht daran, dass Liebe sich in Länge misst. Ich glaube nicht daran, dass nur echt und wertvoll ist, was ewig währt, denn wenn es so wäre – was wäre dann mit unserem eigenen Leben? NICHTS währt ewig. Und zwischenmenschliche Beziehungen schon drei mal nicht. Sie verändern sich, sie wachsen, sie entstehen und vergehen. 

Ich kann im Grunde nicht einmal mehr das Wort Beziehung ertragen. Es impliziert, dass etwas dauern muss. Dauern sollteWarum können wir nicht einfach Liebende sein? So, wie das Kind und der Schmetterling? Ein Moment voller Wunder, voll Schönheit und echtem Gefühl?

Wieso sind wir so versessen darauf, die Liebe festzuhalten? Nichts lässt sich doch wirklich festhalten und vermutlich steckt unsere Angst vor dem Tod, vor der unausweichlichen Vergänglichkeit, auch unserer eigenen Existenz, dahinter, der wir uns nicht stellen wollen, weil wir das Sterben der anderen und unser eigenes mit aller Macht und allem Jugendwahn der Welt verdrängt haben.

Deshalb weigern wir uns, hinzuschauen und deshalb klammern wir uns an etwas, irgendetwas oder irgendjemanden, um dieser Tatsache nicht ins Auge sehen zu müssen. Wir sagen, wir lieben, dabei machen wir nur einen Ablasshandel mit dem Tod, mit der Veränderung, mit dem unaufhörlichen Wandel, dem alles, alles, alles unterliegt. Nur die Liebe, die nicht. Für die soll das bitte nicht gelten.

Ich habe an anderer Stelle schon darüber geschrieben, dass ich die ewige romantische Liebe für einen Mythos halte und nicht zwischen der Liebe für Familie, Freunde, einen Liebhaber oder einen Schmetterling unterscheide. Den Unterschied machen Sex und Herzklopfen, prickelnde Botenstoffe und Verzückung über eine Seele, die der unseren ähnlich zu sein scheint. Aber Liebe? Die ist ein freier Vogel. Es ist ihr Wesen, herumzuflattern.

romantische Liebe

Eine Beziehung, die ein Jahr dauert ist deshalb nicht weniger wert, als eine, die zwanzig Jahre dauert. Als könnte man Liebe quantifizieren! Als steige die Qualität proportional zu den Jahren, die eine Beziehung überdauert! Man muss nur an einem beliebigen Urlaubsort die Paare beobachten, die beim Abendessen nicht mehr als fünf Sätze wechseln, um zu wissen, dass diese Gleichung nicht stimmen kann. Oder, wie Roger Willemsen es so schön ausdrückte: nicht wenige Paare bestehen aus zwei Menschen, die nebeneinander erloschen sind.

Deshalb bin ich müde davon, die romantische Liebe zum höchsten Glück des Lebens zu erklären und Hochzeiten zu zelebrieren, wie eine persönliche Errungenschaft. Ich bin müde der Erwartungshaltungen, die die Menschen aneinander haben, sobald sie sich nicht mehr einfach nur neugierig und gespannt wieder und wieder begegnen, sondern das Label „feste Beziehung“ an ihre Herzen heften. Dann geht es los, das ewige: „Du musst aber doch…“. „Wenn du mich wirklich liebst, dann…“ 

Klingt das nach einem freien, glücklichen Leben? Nach Entfaltung? Nicht wirklich. Denn die Wahrheit ist: NICHTS müssen wir für den anderen. Wir sind nicht verantwortlich für das Glück eines anderen Menschen. Aber für unser eigenes.

Das wird so oft erzählt und doch fast nie gelebt.

Denn solange wir denken, unsere Partner hätten irgendeine Verpflichtung uns gegenüber, kann das Drama losgehen. Robert Betz unterscheidet so treffend zwischen „Liebenden“ und „Bedürftigen.“ 

„Partnerschaft befreit mich aus meiner Einsamkeit. Irrtum. Ein einsamer, bedürftiger Partner zieht nur immer einen anderen Einsamen an. Und zwei Einsame machen sich gegenseitig so unglücklich, wie sie es allein nie geschafft hätten. „Zwei Bettler, die sich gegenseitig in die Tasche greifen und überrascht feststellen, dass der andere auch nichts hat“, wie es Osho so schön formuliert hat.“ Robert Betz

Ich denke, in vielen Beziehungen sind zwei Bedürftige zusammen, in anderen Beziehungen wechselt es sich ab, mal ist man Liebende/r, mal Bedürftige/r. Die Anteile mögen verschieden hoch sein. Aber immer, wenn wir in den bedürftigen Zustand driften, entsteht Unzufriedenheit, ja, sie muss auf lange Sicht entstehen.

„Wir sind Süchtige nach Liebe, Anerkennung und Bestätigung und es tut weh zu erkennen, daß der andere mich nicht satt machen und mich von dieser Sucht nicht befreien kann.“ Robert Betz

Ich kann euch seinen Artikel „Wahre Liebe lässt frei“ nur allerwärmstens empfehlen. Leichter Tobak ist er allerdings nicht. Bequem auch nicht. Verantwortung für sich selbst zu übernehmen, das ist zunächst keine spaßige Kiste. Es tut weh. Es macht Angst. Es ist erstmal ziemlich scheiße. Vor allem, wenn man es nicht gewohnt ist und sich jahrelang in die Vorstellung einer vermeintlichen Sicherheit, eine Schonhaltung der Zweisamkeit hineingekuschelt hat. Wir sind aber niemals wirklich zweisam. Am Ende sind wir allein.

Wir kommen allein auf diese Welt, wir sterben alleine, wir werden alleine in OP Räume geschoben und aus den Zimmern der Scheidungsanwälte, wir sind alleine, wenn wir einschlafen und aufwachen – nur manchmal liegt jemand daneben und wenn sich das gut anfühlt, ist das eine feine Sache. Ob für drei oder dreihundert Nächte ist für die Qualität des Erlebens im gegenwärtigen Moment vollkommen egal. Und mehr als diesen haben wir niemals zur Verfügung.

Mehr Sicherheit gibt es nicht. Wer etwas anderes erzählt, belügt sich selbst. Niemand kann sagen, wie er in einem, zwei oder zwanzig Jahren fühlen wird. Und niemand wird in einem, zwei oder zwanzig Jahren noch dieselbe Person sein, wie in diesem Augenblick. Wir reden von Liebe – aber Liebe ist bedingungslos. Sie schielt nicht nach der Uhr oder dem Kalender. Sie ist immer JETZT. Sie sehnt sich nicht nach einer Silberhochzeit.

Die meisten Beziehungen sind einfach Machtkämpfe zweier Egos, die voneinander verlangen, wechselseitig ihre Bedürfnisse zu befriedigen. Und ich meine jetzt nicht die körperlichen. Wir weigern uns, die Verantwortung für unser eigenes Leben in die Hand zu nehmen. Weil das auch bedeutet, zu akzeptieren, dass wir im Grunde eben allein sind. Dort liegt auch Freiheit und Schönheit! Und Wagemut! Ein solches Leben ist nicht lieblos – im Gegenteil! Es ist überaus liebe-voll! Lieben wir uns selbst und dann erst den anderen (an wen erinnert uns das gerade? Ach, ja. Jesus. Ich bin nicht religiös, aber das hat der gute Mann schon vor 2000 Jahren erzählt). Dann sind wir frei, wirklich zu geben, weil wir nicht mehr ständig darauf geiern, vom anderen gute Gefühle zu bekommen. Denn die haben wir ja schon selbst. Wie das gehen könnte, habe ich im Post über die Frage nach glücklichen Liebesbeziehungen behutsam angedacht.

Also steckt euch einen Ring an den Finger für euch selbst. Ladet zu einem Fest der Selbstliebe ein. In einer Welt, in der ein solches Event mit der gleichen Priorität behandelt werden würde, wie die handelsüblichen Hochzeiten – wäre das nicht wahrhaft ein Paradies? Versprecht eurem eigenen Herzen Treue und Liebe, denn dort gehört sie hin. Gebt euch selbst, was ihr euch von anderen wünscht. 

Und hören wir auf, die romantische Liebe zum goldenen Kalb zu verklären. Liebe ist radikal. Sie pfeift auf Unterschriften auf Dokumenten und auf Versprechen und Hoffnungen. Sie flattert von Mensch zu Mensch, von Herz zu Herz, wie der Schmetterling.

Das macht sie NICHT weniger schön. Erweisen wir ihr die Ehre, sie als das zu bewundern, was sie ist. Ein Anker für den gegenwärtigen Moment. Und der ist das einzig Sichere auf dieser Welt. Diesen Moment zu lieben ist alles, was es zu gewinnen gibt. 

*Aus gegebenem Anlass (es gab dazu eine Diskussion auf Instagram): Ich halte es mit Robert Betz so, wie mit Byron Katie oder Osho auch: Kluge Gedanken finde ich toll, ihr Geschäftsgebahren oder manche ihrer Theorien unterstütze ich nicht. Trotzdem finde ich viele gute Denkanstöße in ihren Texten und kann gut damit leben, dass sie eben komplex sind, wie alle Menschen.  Genauso wie ich Jesus in diesem Artikel zitiere, obwohl ich Religionen sehr kritisch sehe. Nur weil ich Robert Betz unsympathisch finde oder Osho für Rolex und Rolls-Royce schwärmte, sind viele ihrer Ausführungen nicht minder wahr und stark. An diesen Ansätzen möchte ich weiterdenken und sie mit meinen LeserInnen teilen.

15 Comments

  1. Lea says:

    Oh liebe Kea, wie sehr du mir mal wieder aus dem tiefsten Herzen sprichst! Ich fühle das alles auch, ich bin mir da vollkommen sicher dass das so ist, weil es sich PUR anfühlt. Ich liebe deine Worte ❤️. Alles Liebe zu dir, Lea

    1. kea kea says:

      Liebe Lea – vielen herzlichen Dank! ❤️❤️❤️
      Es freut mich sehr, dass meine Worte in deinem Herzen auf einen Resonanzkörper treffen!
      Ich spüre, auch immer wieder am eigenen Leib, welch große Herausforderung diese Form des Liebens ist – sie bringt uns unweigerlich mit den unangenehmen Gefühlen des Egos in Kontakt und das kann sehr schmerzhaft sein, aber wenn wir sie durchleben, verlieren sie auch an Macht.
      Ich wünsche mir wirklich eine Welt, die die Selbstliebe und die Liebe zur Schönheit des Lebens kultiviert und verehrt – wie wären damit so viel freier und leichter!
      Liebe Grüße an dich!
      Kea

  2. Lexa says:

    Ja, ich stimme dir zu, aber, deine Worte klingen in meinen Ohren zu absolut. Zu ausschließend.
    Denn Ehe beispielsweise schließt nicht aus, dass wir uns auch selbst lieben. Mit dem richtigen Partner verstärkt sich die Selbstliebe sogar noch.
    Klar, diese Hollywood-Märchen-Liebe ist meist Selbstbetrug und macht am Ende niemanden glücklich, aber manchmal ist die beständige und leise romantische Liebe genau das, was jemand braucht um glücklich zu sein. Dieses Sicherungsnetz was man braucht, um sich selbst zu finden und als eigene Persönlichkeit zu leben. Nicht auf der ewigen Suche nach Glücksmomenten, sondern mit der Sicherheit von Glücksmomenten. Ehe ist da eine Möglichkeit der Ausdrucksform.
    Für mich beispielsweise ist die Ehe die offizielle Bestätigung, dass dieser Mensch jetzt meine Familie ist. Mein Rückzugsort. Das ich jetzt, in diesem Moment, davon ausgehe, dass er das auch noch für viele weitere Jahre sein wird. Und ich für ihn.
    Vielleicht nicht für immer, vielleicht ändert sich irgendwann etwas so gravierend, dass ein anderer Mensch diesen Platz einnimmt oder man sich wohler ohne so einen Menschen fühlt, aber das schließt ja nicht aus, dass man sich erstmal festlegt. Bis dahin kann man gemeinsam wachsen.
    Was die Zukunft bringt, weiß man eh nicht.

    Es kommt halt immer darauf an, wie man so theoretische Konstrukte wie Ehe, Liebe, Partnerschaft etc. mit eigenem Leben fühlt. Für mich ist es sehr viel Freiheit in der Sicherheit von Geborgenheit. Für andere mag es einengend sein. Beides hat seine Daseinsberechtigung, dann jeder empfindet anders.

    LG Lexa

    1. kea kea says:

      Hallo Lexa,

      vielen Dank für deinen Kommentar – mir ist klar, dass diese Gedanken erstmal radikal anmuten.
      Allerdings möchte ich auch nicht missionieren. Ich freue mich für jede/r, die/der mir sagt, dass sie sich wohl und glücklich fühlen in ihrer Ehe/Partnerschaft – schließlich habe ich selbst mal geheiratet 🙂
      Die Erkenntnisse, die ich in den letzten Jahren über Ehe, Partnerschaft, Polyamorie und den Unterschied zwischen Ego und Selbst gewonnen habe, teile ich in meinen Artikeln für alle, die darin wertvolles finden, weil sie mit den klassischen Formen auf Dauer nicht zufrieden waren.

      Aber in diesem Punkt „Dieses Sicherungsnetz was man braucht, um sich selbst zu finden und als eigene Persönlichkeit zu leben. Nicht auf der ewigen Suche nach Glücksmomenten, sondern mit der Sicherheit von Glücksmomenten.“ – da kann ich nicht mitgehen. Denn die freie Form der Liebe ist kein blindes Jagen nach Glücksmomenten, sondern ein Weg zu tiefem, inneren Frieden und Zufriedenheit. Zufriedenheit, die keiner Bestätigung durch das Außen mehr bedarf. Die natürlich trotzdem liebevollen Kontakt und Verliebtheit kennt! Aber ein „Sicherungsnetz“ ist, in meinen Augen, niemals beim Partner oder der Partnerin zu finden – diesen Hunger können wir an anderen nicht stillen, den können wir nur selbst stillen.
      Ich finde das selbst Schade 😀 Aber diese Aufgabe können wir einfach nicht delegieren. Vorübergehend natürlich! Aber nicht nachhaltig.

      Natürlich werden die meisten Menschen ihr Leben in Partnerschaften und Ehe verbringen – wobei ich glaube, dass die Ehe, auf seeehr lange Sicht gesprochen, ein vorübergehendes Modell sein wird. Sie ist in der Geschichte der Menschheit ein Wimpernschlag, es gibt sie erst seit so kurzer Zeit und die unglückliche Verknüpfung von Heirat und romantischer Liebe sogar noch kürzer (eigentlich diente sie ja ganz anderen, wirtschaflichen Zwecken).
      Ich glaube daran, dass sich unsere Gesellschaft von diesem Liebesmodell wegbewegen wird – aber das werde ich sicher zu Lebzeiten nicht mehr mitbekommen. Was auch nicht schlimm ist und es heißt auch nicht, dass es „schlecht“ ist, in einer Beziehung zu sein! Wir haben alle unseren eigenen Weg und die Hauptsache ist, dass es uns gut geht. Und das ganze Thema Liebe und Partnerschaft bietet der Menschheit eine so immense Möglichkeit, zu wachsen, dass es eben auch nicht „falsch“ ist – sondern für jeden genau so, wie es zum jeweiligen Zeitpunkt richtig ist!

      Liebe Grüße!
      Kea

      1. Lexa says:

        Moin Kea,
        Ehe ist genauso wenig falsch wie Nicht-Ehe. Jeder so, wie er sich wohl fühlt. Ich wollte die Ehe auch nicht höher heben, als sie steht. Wie du gehe ich davon aus, dass sie die momentane Form der „offiziellen“ Partnerschaft ist. Es werden andere kommen. Ganz sicher.

        Nur beim Sicherungsnetz sind wir völlig unterschiedlicher Meinung. Ich denke nicht, dass sich jemals jemand selbst so sehr genug sein kann, dass er nicht doch einen konstanten Menschen in seinem Leben braucht, der potentiell da ist um einen aufzufangen. Das heißt nicht, dass es dazu kommen muss, aber Menschen brauchen diesen anderen Menschen, damit sie ohne existentielle Angst leben können.
        In der Kindheit sind es (normalerweise) die Eltern, später dann Partner oder Freunde, die einem diese Sicherheit bieten. Und noch später vielleicht die eigenen Kinder.
        Irgendwer ist da immer, der einem Sicherheit vermittelt. Und wenn es so eine Person nicht gibt, wer auch immer sie ist, dann ist es auch nicht weit mit der Selbstliebe, denn wer einsam ist hat keine Ressourcen um sich mit sich selbst zu beschäftigen.

        Aber das ist einfach nur meine Überzeugung. Das macht deine ja nicht weniger richtig. Eine Weltanschauung, wie es Religionen auch sind 😉

        LG Lexa

  3. Carolin says:

    Liebe Kea,
    deine Gedanken finde ich unheimlich interessant, auch wenn ich mich selbst nicht darin wiederfinde. Aber das ist vermutlich deswegen so, weil ich mich in meiner Ehe absolut glücklich wiederfinde und keine Veranlassung sehe, irgendetwas Grundlegendes daran zu ändern.

    Ins Auge gestochen ist mir vor allem dein Satz „Liebe ist bedingungslos“ … denn erst letzte Woche habe ich mich mit der Mutter einer in Scheidung lebenden Frau unterhalten, die sagte: „Es hätte bei den beiden ja nicht enden müssen, er hätte sich bloß zu ändern brauchen.“
    Ich finde es aber falsch, sich für jemanden zu ändern, der offenbar keine bedingungslose Liebe empfindet. Klar, dass jeder schlechte Angewohnheiten hat und vielleicht froh ist, wenn er einen Anstoßpunkt zu Änderung bekommt … aber grundlegend für einen anderen Menschen ändern? Nein, danke!
    Und wenn es bei uns mal so weit sein sollte, muss ich mir Gedanken machen. Vorher bin ich einfach glücklich 🙂

    Liebe Grüße
    Caro

    1. kea kea says:

      Liebe Caro,

      schön, dass es euch beiden so gut miteinander geht! Das klingt nach vielen, schönen Liebesmomenten ❤️.

      Ich stimme dir zu, dass es selten gut geht, wenn sich jemand für die Partnerschaft stark verbiegen muss – wie du schon sagst, das meint nicht, dass man für den Partner nicht den einen oder anderen Kompromiss macht. Aber eben aus freien Stücken und nicht aus einem „wenn du XYZ nicht erfüllst, liebe ich dich nicht mehr“ heraus.

      Wobei man auch nach einer Trennung und Scheidung noch liebevoll miteinander verbunden sein kann – aber eben als Paar getrennte Wege geht. Leider spielen hier die vorher enttäuschten Erwartungen meist eine große Rolle, was dann auch für viel Streit und Kummer sorgt. Achja, Partnerschaft und Liebe – ein Feld ewigen Wachstums 🙂

      Liebe Grüße zu dir!
      Kea

      1. Carolin says:

        Oh ja, ich glaube die enttäuschten Erwartungen sorgen oft dafür, dass Paare nach einer Trennung nicht mehr nett zueinander sind …
        Aber solange man sich selbst liebt, tut das ja zumindest einer 😉

  4. Claudia says:

    Uff, Kea, selten traf jemand so sehr meinen inneren Zustand wie du heute… Und deine letzten Gedichte sind perfekt für meinen Gemütszustand gerade…

    Mir fehlen ein wenig die Worte…

    Liebe Grüße, Claudia

    1. kea kea says:

      Oh wow – ich danke dir, Claudia. Es ist so schön, wenn Menschen sich in meinen Worten wiederfinden!
      Ich schicke dir ganz viel Licht und Liebe ins Herz!

  5. Marion says:

    Liebe Lea, ich mag Deine Texte so sehr!! Die meisten regen mich zum Nachdenken an und auch zum überdenken vieler Dinge. Ich bin seid 30jahren mit meinem Mann zusammen,seid wir 18 sind. Seit 21 Jahren sind wir verheiratet und haben zwei Töchter. Das „Geheimnis“ unserer Beziehung ist das wir zwei völlig verschiedene Menschen sind,mit absolut verschiedenen Interessen und auch außer dem gleichen Freundes und Bekanntenkreis auch noch unseren eigenen haben. Wir haben uns nicht angepasst aneinander und das ist gut so. Ich glaube viele Pärchen versuchen sich zu sehr aneinander anzupassen und das kann nicht gut gehen. Ich bin trotz Ehe und Kinder ein eigenständiger Mensch mit eigenen Interessen und Hobbys. Es ist natürlich auch bei uns nicht immer nur „Friede,Freude,Eierkuchen…“ Aber das soll es auch nicht. Letztlich ist jeder für sich selbst verantwortlich und einige leben als hätten sie noch ein zweites Leben im Koffer……. Ich hoffe auf noch viele weitere Texte von Dir. Man ist nie zu alt zum Nachdenken und zum ändern von Dingen mit denen man nicht zufrieden ist. Ich nehme gerne Ratschläge und Inspirationen mit auf meinen Weg. Sei ganz lieb gegrüßt Marion

    1. kea kea says:

      „einige leben als hätten sie noch ein zweites Leben im Koffer“ – was für ein genialer Spruch, Marion 😀
      Ich danke dir für deine tolle Rückmeldung! Wie toll, dass ihr so einen schönen Weg miteinander gefunden habt, der euch genug Luft lässt und auf dem ihr euch trotzdem nicht verloren geht! Nach dieser Balance suchen viele Menschen.
      Es freut mich wirklich so sehr, dass meine Texte dich inspirieren können: das zu hören, ist für mich jedes Mal ein Geschenk! Danke!
      Liebe Grüße an dich!
      Kea

  6. Alice says:

    Liebe Kea, ich habe deine beiden blogs durchgelesen und möchte dir für die Hirnnahrung danken 🙂 Deine Artikel regen mich zum Bücher herauskramen und lesen und diskutieren an (wie schade, dass Die Salons auf Eis liegt. ‚Ein Garten voll mit diskutierenden Frauen‘, das fände ich toll, fühle ich mich doch auch öfters allein mit den Themen, für die ich brenne) , so auch wieder dieser: ich stelle mal in den Raum, dass nicht Liebe, sondern Verliebtheit ein Schmetterling ist.
    Vielleicht scheitern auch viele in ihren Beziehungen an der Liebe (selbst wenn die Beziehung „für immer“ besteht)j. Wir wollen so sehr geliebt sein, vielleicht um unsere mangelnde Selbstliebe auszugleichen, dass wir vergessen zu lieben. Inwieweit Monogamie, Tauschhandel zur Bedürfnisbefriedigung und Besitzdenken der Liebe zuträglich sind, darf in Frage gestellt werden.
    Ich fand die Ausführungen von Erich Fromm sehr ansprechend, dass Liebe, wie jede andere Kunst, geübt werden muss, und dass sie uns mitnichten zufliegt. Oh, sehr spannendes Thema!
    Alles Liebe 🙂

    1. kea kea says:

      Wow, Alice, da hast du meinen ganzen Artikel eigentlich in so einen tollen Satz gepackt: „Wir wollen so sehr geliebt sein, dass wir vergessen zu lieben.“ So ist es wohl wirklich oft.
      Ich glaube auch nicht, dass die Liebe uns zufliegt, weil sie bereits in uns ist – aber unsere eigene Bedürftigkeit schiebt sich immer wieder wie eine Wolke über diese Sonne. Es ist so unglaublich schwer, sich selbst ein stabiles Hoch zu geben, um mal bei der Wettermetapher zu bleiben – ich merke es in den letzten Wochen wieder einmal. Aber ich glaube fest daran, dass das ein Weg ist, den zu gehen sich lohnt ❤️❤️❤️

  7. Helena says:

    Hallo Kea,
    ich bin heute zufällig über dein Blog gestolpert und es macht großen Spaß zu stöbern. Diesen Text nehme ich schon mal mit in die kommenden Woche und zur nächsten versackten Nacht am WG-Küchentisch. Besten Dank!

    Herzliche Grüße
    Helena

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