Borderline

Borderline – Handstandüberschlag der Emotionen

Irgendwie steckt ein Blogpost in mir fest – einer, der rauswill, aber doch wieder nicht. Es warten einige spannende Essays auf Vollendung, aber sie stehen nörgelnd dahinter in der Warteschleife. Und irgendwie, so scheint es, kann ich nicht weiterbloggen, solange dieses Thema nicht schriftlich verdaut ist. Deshalb lege ich jetzt einfach los mit meinem Gedankenwust, in der Hoffnung, den Schreibstau damit auflösen zu können.

Was mich die letzten Wochen enorm beschäftigt hat, ist das Thema Borderline, fachlich korrekt auch Borderline-Persönlichkeitsstörung genannt, abgekürzt als BPS. Als ich Ende letzten Jahres meinen absoluten seelischen Tiefpunkt erreichte, fand ich mich im Sprechzimmer eines bebrillten Therapeuten in Lichtenberg wieder. Der sich geduldig meine Geschichte anhörte, nachdenklich den Kopf zur Seite neigte und sagte: „Ist bei Ihnen schon mal der Begriff Borderline gefallen?“ Nein, war er nicht. Und ich war, ehrlich gesagt, erschrocken. Eine Persönlichkeitsstörung wäre ja wohl schon mal jemandem aufgefallen! Oder nicht? So etwas wollte ich auf gar keinen Fall haben! Als ich eine Stunde später aus der Praxis in den kühlen Oktobermorgen hinausstolperte, war ich einigermaßen empört. Aber dann begann ich, mich näher mit diesem Krankheitsbild zu befassen. Ich stellte meine Vorurteile  neben der Tastatur ab und begann, zu recherchieren. In vielem, das ich las, fand ich mich wieder. In einigem nicht. Und besonders trafen es diese Zeilen einer Betroffenen aus dem Buch „Leben auf der Grenze“ von Andreas Knuf:

„Ich wirke zu „normal“, um in das Klischee „verrückt“ zu passen, auch wenn es in mir vermutlich „verrückter“ aussieht als in den „Normalen“.

Gründe, warum ich über diese mögliche Diagnose nicht schreiben konnte, gab es einige. Da war die Angst, für völlig verrückt erklärt zu werden. Dass die Menschen da draußen denken könnten, ich sei nicht ganz zurechnungsfähig. Ja, offenbar konnte ich gut damit leben, öffentlich zu meinen Ängsten und Depressionen zu stehen, aber Borderline, das war eine ganz andere Hausnummer.  Dabei darf man zwei Dinge nie vergessen: Diagnosen sind menschliche Behelfswerkzeuge, die dazu dienen, ein Leiden greifbar zu machen und Menschen passende Therapieformen anzubieten. Und: so vielfältig, wie sich verschiedene Arten von Kopfschmerzen anfühlen können, genauso unterschiedlich gestalten sich auch Ausprägungen psychischer Erkrankungen. 30 Borderliner, 30 individuelle Geschichten und Verläufe. Natürlich gibt es irgendwo einen kleinen gemeinsamen Nenner. Aber viele der entsprechenden Merkmale erfüllen auch „gesunde“ Menschen. Erst, wenn viele davon in hoher Intensität  zusammenkommen (genauer gesagt mindestens 5 von 9), wird daraus irgendwann ein Störungsbild.

Was mich außerdem vom Schreiben abhielt, war die Tatsache, dass sich die Diagnosestellung länger hinzog. Ich wollte zwar meinen sechswöchigen Aufenthalt in einer psychiatrischen und psychotherapeutischen Klinik  dazu nutzen, herauszubekommen, inwiefern die Diagnose auf mich zutraf, aber trotz ausführlicher Befragungen und spezieller Interviews zum Thema blieb die Antwort im Nebel. Zwar erfüllte ich die Kriterien, wirkte aber, so mein Eindruck, auf die Therapeuten immer noch zu “normal”. Bei meiner Entlassung hieß es, ich könne mir “aussuchen”, ob Borderline als Diagnose in meine Papiere kommt. Himmel – im Ernst?

Wir sind doch hier nicht an der Wursttheke. Ach, heute hätte ich gerne noch zwei Scheiben von der Persönlichkeitsstörung und 100 Gramm Depression, bitte!

Mein neuer Therapeut und ein weiterer Arzt fanden aber doch vieles an meinem Denken und Verhalten so typisch, dass sie sich dem ersten Verdacht anschlossen. Und so steht nun Borderline in meiner Akte, auch wenn klar ist, dass das immer nur ein Anhaltspunkt sein kann und Patient und Therapeut einen individuellen Weg suchen müssen, der dabei hilft, dauerhaft seelisch stabiler zu sein. Diesbezüglich machte mir der Arzt übrigens Mut – viele PatientInnen erfüllen nach einer speziell darauf abgestimmten Therapie Jahre später die Kriterien für eine BPS nicht mehr. Dass mein neuer Therapeut auch auf diese Erkrankung spezialisiert ist und eine darauf abgestimmte DBT-Therapie anbietet ist also ein Glücksfall für mich.

Was mich zu guter Letzt über das Thema Boderline so lange hat schweigen lassen, war die Tatsache, dass die meisten Merkmale der Störung in meinen Augen nicht besonders „sympathisch“ sind. Offen darüber zu schreiben, fällt mir schwer. Ich will es trotzdem versuchen, um einen Einblick in diese achterbahnartige Gefühlswelt zu geben, um bei Angehörigen um Verständnis zu werben und Betroffenen das Gefühl zu geben, nicht allein zu sein.

Wieso hat es eigentlich so lange gedauert, bis in meinem Fall jemand auf die Idee kam, es könnte eine BPS vorliegen? 

Die Borderline-Persönlichkeitsstörung kennt zwei verschiedene Typen: der impulsive Typus, der, wie der Name schon sagt, seine Impulse nur schwer kontrollieren kann und daher im Alltag meistens auch schneller als „ungewöhnlich“ auffällt. Und der Borderline-Typ, der in vielen Kontexten erstaunlich gut funktioniert, dafür aber besonders in engen Beziehungen emotional außer Kontrolle gerät. Kontakte, die ich im Berufsleben oder im lockeren Bekanntenkreis pflege, bekommen von meiner Schwachstelle daher nichts mit. Da ich generell Angst vor Ablehnung habe und gerne gemocht werden will, habe ich teilweise auch in meinen Therapien nicht immer das volle Ausmaß meiner emotionalen Ausfälle zugegeben, beziehungsweise die Dinge oft so dargestellt, dass ich ganz gut dabei wegkam. Diese Flunkerei habe ich mittlerweile aufgegeben – denn natürlich bringt sie mich kein Stück weiter.

Wie äußert sich die Störung bei mir?

Instabile Beziehungen und Angst vor Nähe und dem Verlassenwerden

Ganz klassisch habe ich Probleme mit der Nähe/Distanz-Regulation und eine panische Angst vorm Alleinsein und vor einem möglichen oder realen Verlassenwerden. Dann kommt es zu heftigen Auseinandersetzungen, der Situation nicht angemessenen Reaktionen, Eifersucht, Klammern, abruptem Rückzug oder radikalen Kontaktabbrüchen (seltener als früher zum Glück). Oft haue ich prophylaktisch kaputt, was mir brüchig erscheint. Kurz darauf kann ich mir oft selbst nicht mehr erklären, welcher Teufel mich da geritten hat. Auch den borderline-typischen Wechsel zwischen Idealisieren und Abwerten kenne ich – wenn auch milder, als früher, denn auch die “normalen” Psychotherapien haben da natürlich geholfen.

Ausgeprägte Stimmungsschwankungen

„Stabil instabil“ so nennt sich eins der Hauptmerkmale der Borderline-Persönlichkeitsstörung – wenn ich auf mein Leben schaue, dann wäre das sicher eine passende Überschrift für meine Seelen-Autobiografie. Meine Stimmung wechselt schneller als Aprilwetter. In schlechten Zeiten schwanke ich  zwischen sonnenverwöhnten Gipfeln und teerschwarzen Löchern hin und her. Mehrmals täglich.

Das Gefühl, ständig alle Emotionen in Seidenpapier wickeln zu wollen, damit sich meine Seele keine blauen Flecken holt, ist für mich normal.

Und in dieser Flut der Emotionen kommt es immer wieder zu Kurzschlüssen. Dann fühle ich mich wie ein Blatt Löschpapier, das sich unaufhaltsam mit bunter Flüssigkeit vollsaugt. Angst in Gelb. Orangefarbene Wut. Verzweiflung in Purpur. An irgendeinem Punkt läuft das Fass über. Manchmal geschieht das rasend schnell, manchmal braucht es mehrere Auslöser. In diesem Modus schnalzen meine Gefühle wie ein Schnappmesser vor und zurück. Was mir eben noch stabil, vertrauenswürdig und sicher erschien, fällt von einer Sekunde zur andern zusammen wie reifer Roggen im Sommergewitter. Nichts gilt mehr.

Selbstverletzendes Verhalten

Es ist mir unangenehm, darüber zu sprechen, aber auch selbstverletztendes Verhalten (SVV) ist mir nicht unbekannt – auch wenn ich im Laufe der Therapien gelernt habe, andere Strategien anzuwenden, um dem Gefühlsstau ein Ventil zu geben. Meine Grundanspannung ist dennoch meistens so hoch, dass ich irgendeine Art von Gegendruck erzeugen muss. Nur in Situationen extremer seelischer Belastung greife ich zu „härteren“ Methoden, im Alltag aber “muss” ich fast ständig irgendwo Schmerzreize setzen. Tatsächlich empfinde ich ihn überhaupt nicht mehr als solchen, sondern als Entspannung. Klingt verrückt, ich weiß. Jahrelang fiel mir das gar nicht auf, so normal war das für mich – ich verdrehe meine Sprunggelenke, lehne mich an harte Kanten, lasse mich absichtlich frieren oder hungern. Lauter kleine Unannehmlichkeiten, die mich beruhigen sollen. Mein aktueller Therpaeut ist der erste, der dieses Phänomen überhaupt mit mir zusammen angeschaut hat.

Störungen und Unsicherheit bezüglich des Selbstbilds und den Zielen 

Was zusammen mit meiner Stimmung schwankt, sind meine Ideen. Vom Leben im Kloster über ein neues Studium, vom Großstadtleben bis zum Einsiedlertum in der Natur gibt es nichts, was ich nicht schon für die beste aller Ideen gehalten habe. Meine FreundInnen finden meinen sprudelnden Ideenreichtum inspirierend und nehmen es mit Humor, wenn ich mal wieder mit einem neuen Lebensentwurf um die Ecke komme, den ich kurze Zeit später verwerfe. Auch die Tatsache, dass ich manches, was ich vor Wochen gesagt habe, plötzlich ins Gegenteil verkehre und jedes Mal, wenn man mit mir spricht, wieder irgendwie “alles ganz anders” ist, wundert meine engsten Bezugspersonen mittlerweile nicht mehr. Dieses Übermaß an neuen Ideen ist für mich zwar auch hin und wieder anstrengend und quälend – aber andererseits auch der Quell meiner Neugier. Und für mich noch der Teil, den ich an dieser Störung am leichtesten annehmen kann. Für meine Partner war meine Sprunghaftigkeit in meiner Lebensplanung aber durchaus auch belastend, denn sie hingen ja mit drin in meiner unbeständigen Wertewelt.

Unangemessene, heftige Wut

Wut ist kein besonders beliebtes Gefühl. Meine leichte Reizbarkeit ist deshalb etwas, auf das ich wirklich nicht stolz bin. Ausgerechnet meine liebsten Menschen bekommen sie zu spüren, denn im Alltag halten mich meine sozialen Ängste diesbezüglich zurück. Dann leite ich den Druck eher nach innen und gegen mich selbst ab. Sind Menschen aber zu dicht und zu oft an mir dran, kann ich es nicht vermeiden, dass sie meine Wut verbal um die Ohren gehauen bekommen. Manchmal ist das noch amüsant temperamentvoll, manchmal aber auch einfach drüber. Was für mich absolut Sinn macht, ist der Zusammenhang von Wut und Angst. In den Büchern über Borderline, die ich in den letzten Wochen gelesen habe, gehen einige ExpertInnen davon aus, dass nicht die Wut an sich, sondern “frei flottierende Angst” der Kern des Problems ist. Ich habe mich in vielen Fallbeispielen wiedergefunden, in denen eine Angst beschrieben wurde, die durch kleinste Anlässe ausgelöst wird, als extrem bedrohlich bis existentiell erlebt wird und die den ganzen Menschen in einen derartig hohen Spannungszustand versetzt, dass als Reaktion darauf Ärger und Wut entstehen. Hallo, mein Leben! Mehrmals täglich gerate ich in diese fürchterlichen Angstzustände (nochmal deutlich anders als akute Panikattacken übrigens) und reagiere dann oft heftig gereizt und kopflos.

Neben diesen fünf Merkmalen, die in meinem Fall die Störung ausmachen, gibt es auch noch einige andere, recht typische “Begleiterscheinungen”, wie meine mittlerweile zum Glück gut therapierte Essstörung und meine mich immer wieder quälenden Depersonalisationszustände, die eben vor allem durch meine Ängste vorm Alleinsein getriggert werden. Zum Thema Depersonalisation werde ich in naher Zukunft noch einen eigenen Artikel schreiben, denn das Thema ist für Betroffene so belastend, dass hier jeder Erfahrungsbericht hilfreich ist.

Ich hoffe, mit diesem Blogpost das Thema Borderline für euch ein bißchen greif- und spürbar gemacht zu haben. Für mich ist die Diagnose übrigens mittlerweile eher eine Erleichterung. Ich kann sehr genau fühlen, wann ich relativ gesund und stabil ticke und wann und unter welchen Umständen das “andere Betriebssystem” greift. Und rückblickend macht erstaunlich viel in meinem Leben plötzlich Sinn. Deshalb habe ich das gute Gefühl, mit diesem neuen “Namen” meine Probleme besser therapieren und bewältigen zu können und bin zuversichtlich, dass ich die ausgeglicheneren Phasen immer länger werden lassen kann. Zu wissen, was eigentlich mit mir los ist, ist für mich ein wichtiger Schritt auf diesem Weg.

 

7 Comments

  1. Liebe Kea,

    ich bin mir nicht sicher, weshalb hier noch niemand einen Kommentar hinterlassen hat – vielleicht ist das Thema zu delikat, vielleicht aber bisher auch zu wenig Zeit verstrichen.
    Du weißt ja, dass ich deine Geschichte verfolge – weil du eine große Inspiration bist und weil es mir irgendwie wichtig ist, wie es dir geht, obwohl wir uns ja gar nicht richtig kennen.
    Das mit der Borderline-Diagnose ist sicherlich im ersten Moment etwas gewesen, an dem man wirklich zu knabbern hatte. Aber ich kann gut nachvollziehen, dass du jetzt auch einen Halt darin findest, weil das Kind endlich einen Namen hat.
    Ich danke dir jedenfalls für den Erfahrungsbericht und die Einsichten – als Außenstehende kann man sich da wirklich nicht viel drunter vorstellen. Jedenfalls nicht abseits von den Figuren, wie sie in den Medien gemalt werden. Da leistet dein Beitrag wirklich Aufklärungsarbeit.

    Ich wünsche dir weiterhin auf deinem Weg alles Gute!
    Jenni

    1. Liebe Jenni – 
      ich weiß auch nicht genau, woran es liegt, auf Instagram gab es zu dem dazugehörigen Post sehr viele Kommentare und private Nachrichten, da scheint es weniger “Hemmungen” zu geben, als hier?

      Es freut mich, dass mein Artikel den Horizont bezüglich dieser Erkrankung ein bißchen weiten kann, denn in den Medien wird (von allen psychischen Erkrankungen) oft ein sehr eindimensionales Bild gezeichnet, dass der Komplexität der Realität nie gerecht werden kann.

      Ich habe mir wirklich zur Aufgabe gemacht, mit meinem Blog einem achtsameren Umgang mit diesen Themen entgegenzuschreiben und freue mich, dass das gelingt :)

      Liebe Grüße an dich!
      Kea

  2. Ich weiß nicht, wieso ihr Euch wundert, dass noch kein weiterer Kommentar zu dem Beitrag kam. Der wurde doch erst am 05.März geschrieben.

    Wie dem auch sei. Da ich eh was dazu schreiben wollte und keinen Zugriff auf Instagram habe, schreibe ich dann mal Beitrag Nr. 3:

    Was Boderline angeht weiß ich, wie sensibel das Thema ist und wie leicht man diese Diagnose bekommen kann. Sie galt lange als “Mode-Diagnose”, wurde oft zu schnell gegeben. Wie das heute ist, weiß ich nicht.
    Wenn man von Borderline spricht, denken die meisten, an die “schlimmen Fälle”, die krassen Dinge, die man so irgendwo hört: Borderliner ritzen sich, Borderliner werden schnell aggressiv, Borderliner klammern und sind sehr eifersüchtig, Borderliner spalten Team, Borderliner mainpulieren und drohen mit Selbstmord,… .
    Ich kann mir vorstellen, dass manche glauben zu wissen, was sich hinter dem Begriff verbirgt und leider hat diese Krankheit (oder Störung) einen so krassen “Ruf”, verbinden viele damit so krasse Dinge, dass es sicherlich auch nicht schön ist, zu sagen, dass man das hat. Zu groß mag die Sorge sein, in eine Schublade gesteckt zu werden, aus der man nicht mehr raus kommt.
    Nicht jeder Borderliner ritzt und nicht jeder der ritzt hat Borderline. Mal als Beispiel dafür, dass nicht alles, was Leute unter Borderline verstehen, auch Borderline ist. …und ich glaube, dass auch heute noch diese Diagnose zu schnell gegeben wird (Wie so manch andere Psycho-Diagnosen auch, aber das ist nochmal ein anderes Thema).
    Wenn einem gelingt, dass als Diagnose für die KK bzw. den Therapieantrag zu sehen und man nicht den Eindruck hat, durch diese Diagnose abgestempelt zu werden, ist es weniger schlimm. Dann kam man sich eher wirklich um die eigenen Schwierigkeiten kümmern, unabhängig davon, wie die eigentliche Diagnose oder das, was man für Probleme hat, wirklich heißt.
    Innere Leere bleibt innere Leere, Angst bleibt Angst, Nervosität bleibt Nervosität, Grübeln bleibt Grübel,…unabhängig davon, wie das Konstrukt darum herum wirklich heißt.
    Bei manchen Dingen mag es gut sein, nach Diagnose zu behandeln. Im psychischen Bereich sehe ich es oft so, dass es vor allen Dingen um die einzelnen Symptome und Probleme geht und weniger um das Konstrukt (Psychosen etc. ausgenommen, da mag es durchaus nochmal anders sein).

    1. Hallo Tina,
      oft trudeln Kommentare direkt nach der Veröffentlichung ein. Der Austausch auf Instagram war sehr rege, aber, wie du auch schreibst, ist dieses Thema offenbar ein bißchen “heikel” – leider. Schön, dass du dich zu Wort meldest hier :)

      Ich denke auch, dass Diagnosen eben auch nur ein grobes Raster sind, dass den PatientInnen als Individuum nie 100%ig gerecht werden kann. Aber es ist eben ein Anhaltspunkt für Therpaieverfahren und mögliche Lösungen. Am Abbau des damit verbundenen Stigmas arbeite ich im Rahmen meiner Möglichkeiten und hoffe, so ein bißchen dazu beizutragen, dass psychische Erkrankungen differenzierter wahrgenommen werden.

      Liebe Grüße!
      Kea

  3. Hallo Kea,
    ich glaube, jeder einzelner Bericht über psychische Krankheiten, der so wie deiner geschrieben ist, ist eine Bereicherung für die Leser. Dein Beitrag klärt auf und erläutert so gut es geht, einen Einblick in das Innenleben zu bekommen und damit zerfällt hoffentlich ganz langsam das Schwarz-Weiß-Bild, das einer Krankheit irgendwie immer vorausgeht, wenn man selbst nicht betroffen ist.
    Es ist, und das hast du ja hin und wieder angedeutet, nicht einfach darüber zu schreiben. Ich glaube, viele hätten gerne einen Austausch, können selber jedoch nicht dazu anstoßen. Deshalb bin ich umso überzeugter, dass du nicht nur dir selbst hilfst, sondern ganz besonders auch andere Betroffene helfen kannst (wovon ich denke, dass das auch zu deinen Intentionen gehört)!
    Wir lesen uns bestimmt wieder mal – bis dahin einen guten Weg beim Genesen, Leben, Sich-verstehen!
    Lieben Gruß, Mai

    1. Liebe Mai –
      Danke, für deine Worte! Ja, das ist absolut meine Motivation – zu rein therapeutischen Zwecken schreibe ich natürlich auch. Aber diese Texte muss ich nicht veröffentlichen. Was den Weg auf den Blog findet, lasse ich ganz bewusst an die “Öffentlichkeit”, um anderen Betroffenen das Gefühl zu geben, dass sie verstanden werden. Und um Angehörigen, FreundInnen und Mitmenschen einen Einblick in diese für sie nicht immer nachvollziehbaren Gedanken und Gefühle zu geben.
      Ganz liebe Grüße zu dir!
      Kea

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