Emetophobie

Emetophobie – die Angst vorm Erbrechen

Es gibt vermutlich niemanden, der die Toilettenschüssel gerne küsst. Der Körper fühlt sich elend, der Geschmack ist scheußlich, der Geruch ruft reflexhaft Ekel in uns hervor. Das Ganze dauert wenige Sekunden und meist stellt sich danach Erleichterung ein. So oder so ähnlich denken wohl viele Menschen über das Erbrechen. Eine sinnvolle Schutzreaktion des Körpers. Unangenehm, aber notwendig.

Die reine Zeit, die ein Mensch in seinem Leben damit verbringt, sich zu übergeben, dürfte sich in der Summe auf keinen ganzen Tag belaufen. Selbst alle möglichen Schwangerschaften, Magen-Darm-Grippen und Seereisen zusammengerechnet, verbringen wir also einen verschwindend kleinen Teil unseres Lebens damit, uns zu übergeben. Ein Tag im Gegensatz zu einem ganzen Leben. Unbedeutend. Eigentlich.

Denn für mich blockiert dieser eine Tag meine ganze Welt.

Seit ich mich erinnern kann, ist für mich die schlimmste aller möglichen Katastrophen die, dass ich kotzen muss. Das war immer schon so. Vermutlich hat sich in meiner frühen Kindheit eine emotional belastende Situation mit diesem Vorgang verknüpft. Meine Seele assoziiert seitdem mit dem Erbrechen eine rational nicht nachvollziehbare und existentiell bedrohliche Panik. Geburtsstunde einer Phobie. Und wie es viele Phobien so an sich haben, ist das Objekt der Angst an sich nicht gefährlich – aber in meiner Wahrnehmung klebt sich Todesangst an diesem Trigger-Reiz fest. Fester, als es Alleskleber bewerkstelligen könnte. Eine unlösbare Verbindung von nackter Angst und der Fähigkeit des menschlichen Körpers, sich seines Mageninhalts zu entledigen, steht seither zwischen mir und einem normalen Leben.

Dass ich an einer Krankheit leide, die Emetophobie heißt, erfuhr ich übrigens erst mit ungefähr 17, als das Internet tröpfchenweise im Alltag Einzug erhielt, Google noch in den Kinderschuhen steckte und ich im Internet-Café eines Tages auf die Idee kam, nach diesem Thema zu suchen. Bis zu diesem Moment fühlte ich mich sehr sehr anders als die meisten anderen Menschen. Ich bin es auch jetzt noch – aber wenigstens hat das Phänomen einen Namen.

Fast meine gesamte Kindheit und frühe Jugend lang war ich untergewichtig. Das lag an meiner kindlichen Logik: wo ich nichts reinstecke, kommt auch nichts wieder raus. Stellte sich auch nur der leisteste Hauch von Übelkeit ein – und EmetophobikerInnen ist überporportional häufig schlecht – stellte ich das Essen ein. Lange Zeit stand für mich fest: Ehe ich mich übergebe, bringe ich mich um. Durch meine ständige Essensverweigerung kam ich dieser Kampfansage bald näher, als mir lieb sein konnte.

Als ich fünfzehn war, sank mein Gewicht auf 36 Kilo. Die Ärzte und meine Eltern schlugen Alarm und ich wurde in eine Klinik eingewiesen. In meiner Akte stand “Anorexie”, also Magersucht. Eine falsche Diagnose, die viele Betroffene im Laufe ihres Lebens erhalten. Natürlich war mein Verhalten essgestört – abnehmen war allerdings nie mein Ziel und auch eine gestörte Körperwahrnehmung hatte ich nicht. Ich sah, wie dünn ich war und fand es nicht schön. (All das änderte sich in meinen Zwanzigern, als ich tatsächlich noch an Anorexie erkrankte). Damals aber war meine Motivation eine ganz andere: NUR. NICHT. BRECHEN. Darum drehte sich mein Leben.

Für den sechsmonatigen Aufenthalt in der Klinik bin ich trotzdem bis heute dankbar. Erst als meine Therapeuten vor mir saßen und mir ein Ultimatum stellten – Zunahme oder Zwangsernährung im Krankenhaus – erkannte ich den Ernst der Lage, gab mein restriktives Essverhalten auf und begann Schritt für Schritt, trotz der permanenten Übelkeit zu essen. Ich lernte, zwischen psychogener und körperlicher Übelkeit zu unterscheiden und mein Unwohlsein in verschiedene Level einzuteilen , die es mir möglich machten, in den meisten Fällen dennoch Nahrung aufzunehmen.

Mein Körper erholte sich langsam, meine ausgebliebene Periode setzte wieder ein. Zumindest körperlich bedrohlich war die Emetophobie nach diesem Aufenthalt nicht mehr für mich. Seelisch war sie dasselbe Monster geblieben, das meine Tage und Nächte argwöhnisch überwachte.

Kleine Auffälligkeiten beim Essen sind bis heute geblieben – ab einem gewissen „Schwere-Grad“ an Übelkeit, kann ich nur noch helle Lebensmittel essen. Die sehen nicht so schrecklich aus, falls sie den Rückwärtsgang einlegen sollten. Dabei habe ich mich seit meiner Kindheit kaum noch übergeben, teilweise 15 Jahre am Stück nicht ein einziges Mal – auch dieses Schicksal teile ich mit vielem EmetophobikerInnen. Anti-Brech-Mittel, der konsequente Verzicht auf Alkohol, Karussellfahrten und exotische Gerichte, der Einsatz von Desinfektionsmitteln und das penible Einhalten sämtlicher Mindeshaltbarkeitsdaten sind für mich Normalität.

Ich habe so viel Kamillentee in meinem Leben getrunken, dass man darin tieftauchen könnte.

All die „so schlimm ist das doch gar nicht“ und “du musst es nur mal hinter dich bringen“-Sprüche, die ich im Laufe meines Lebens so zu hören bekommen habe – sie sind für die Katz. Musste ich mich doch einmal übergeben, war das eher eine Re-Traumatisierung. Nach meiner letzten Magen-Darm-Grippe hegte ich wochenlang Suizidgedanken. Das Brechen hatte nichts von seinem Horror verloren.

Und so ist die Emo nach wie vor fester Bestandteil meines Lebens: Ich verlasse das Haus nie ohne Angst, mich irgendwo übergeben zu müssen. Ich habe stets mein Täschchen mit Medikamenten, an schlimmen Tagen auch eine Brechtüte, bei mir. Ich kenne öffentliche Toiletten und stille Ecken am Wegesrand. Ingwerwurzel, Pfefferminzöl und Iberogast sind nie mehr als zwei Meter von mir entfernt, egal, wo ich mich befinde. Wenn ich es schaffe, mal ohne diese Utensilien zum Briefkasten oder Supermarkt zu gehen, ist das für mich ein echtes Highlight!

Menschen in meinem Umfeld, die an Magen-Darm-Grippe erkranken, werden wochenlang gemieden, Lebensmittel, die mir auch nur eine Sekunde lang suspekt vorkommen, kann ich nicht mehr runterschlucken. Ich hasse die Benutzung von Geldautomaten, Türklinken und öffentlichen Toiletten und Sterilium Virugard ist mein treuster Begleiter. Ich war noch nie in meinem Leben betrunken, habe Angst vor allen geschlossenen Räumen und in den Urlaub zu fliegen ist für mich weiter weg, als der Mount Everest. Mit dem Flugzeug zu verreisen habe ich sogar in jüngeren Jahren zweimal versucht – heilsam war das nicht.

Auch viele sekundäre Ängste von mir gehen auf diese eine Ur-Angst zurück. Die Emetophobie hat sie Huckepack genommen. Meine hypochondrischen Ängste beispielsweise werden zum Großteil aus der Angst vor Übelkeit und Erbrechen gespeist. Angst vor einer Krebsdiagnose? Mein erster Gedanke dazu: Oh Gott, von einer Chemo wird einem schlecht! Dasselbe gilt für meine Ängste vor Medikamenten, Narkosen und starker körperlicher Anstrengung.

Bis heute denke ich mir immer wieder, wie verrückt es ist, dass etwas, das nur Sekunden dauert, mein ganzes Leben lähmt.

In allen Therapien, die ich seit meinem 12. Lebensjahr gemacht habe, habe ich nach Gründen geforscht, habe ich erzählt, analysiert und mit der therapeutischen Taschenlampe meine Kindheit ausgeleuchtet. DEN Auslöser finde ich nicht. Unangenehme Situationen, die die Angst noch getriggert und verstärkt haben, die schon. Aber den wirklichen Grund dafür, warum Brechen für mich der Anti-Christ ist – ich kann mich nicht an ihn erinnern. Natürlich hat das Thema ganz grundsätzlich mit Scham, Kontrollverlust und der Angst zu tun, andere könnten Ekel vor mir empfinden. Aber was nützen diese rationalen Erklärungen?

Vor zwei Jahren gönnte ich mir in meiner Verzweiflung eine absurd teure Hypnose-Sitzung. Und das erste Mal überhaupt konnte ich in dieser Trance das Bild eines Ichs entwickeln, das frei wäre von der Emetophobie. Ich glaube, das waren die glücklichsten Minuten meines ganzen Lebens. Es war ein Vorgeschmack davon, wie frei man sein kann. Wie leicht, wie unbeschwert.

In einem Sommerkleid ohne Taschen, in denen Medikamente stecken, einmal einen Ausflug unternehmen. Mit einem Schiff fahren. Urlaub machen. In der Umgebung meines immer angespannten Verstandes – unmöglich. In der Hypnose war diese Aussicht das erste Mal überhaupt vorstellbar für mich. Und vor allem: fühlbar. Seitdem habe ich Blut geleckt, habe eine Ahnung davon, wie das Leben sich anfühle könnte. Wie unbekümmert andere Menschen wohl in den Tag hineinleben, deren erster Gedanke beim Aufwachen nicht lautet: “Ist mir schlecht?”. Die ohne diesen permanenten Body-Scan auskommen, der den Status von Magen und Darm sekündlich abtastet. Wie das wohl sein mag? Es ist so weit weg.

Aber dort will ich hin. Will spüren, wie es ist, Vertrauen in den eigenen Körper zu haben. In das Leben. In mich. Sobald ich es mir wieder leisten kann, werde ich in Berlin eine Hypnose-Therapie beginnen. Ich will nicht auch noch den Rest meines Lebens im wahrhaftigen Würgegriff dieser Krankheit verbringen. Sie schuldet mir schon 33 Jahre.

15 Comments

  1. Vielen, vielen Dank für deine niedergeschriebenen Worte! Ich konnte mich in ihnen wiederfinden und weiß nun, dass ich nicht alleine bin! Zwar drückt es sich teilweise bei mir etwas anders aus, aber im Grunde teile ich dein Leid.
    Du bist so stark! Mach weiter so!!

    1. Liebe Madeline,
      es tut mir leid, dass du dieses Angst-Gespenst auch kennst – aber es ist schön, dass du dich von meinem Text verstanden fühlst. ich wünsche dir von Herzen alles Gute und dass wir eines Tages einen Weg finden, ohne diese Phobie zu leben.
      Liebe Grüße an dich!
      Kea

  2. Hallo liebe Kea,
    es ist schwierig für mich, die richtigen Worte zu finden und mich nicht selbst durch das, was ich schreibe, misszuverstehen.
    Ich führe selbst ein relativ sorgenfreies Leben – so gut es halt “normal” ist. Klar habe ich ab und zu mal schlechte Tage, habe Angst vor der Zukunft oder bin krank. Aber so richtig fies hat mich nichts im Griff. Als wir uns beim Hauptstadtmädchentreffen kennengelernt haben, hätte ich nie vermutet, dass du manchmal so leidest, denn du hast es nicht gezeigt. Umso mehr bewundere ich, wie du mit deinem Leben umgehst und wie offen du auch zeigst, welche Probleme du hast. Ich bewundere das sehr, weil ich mir wohl nicht mal annähernd vorstellen kann, wie es ist.
    Darum habe ich mein “Oooh, toll, spannender Text” bis hierhin angestellt. Denn für mich ist es spannend, mich auf diese Reise zu begeben und versuchen zu verstehen, wie es anderen Menschen – wie es dir – geht. Und du schreibst das wirklich toll und unterstützt mich somit in meinem Prozess zu verstehen (oder zumindest zu erkennen). Aber das schien mir kein guter Einstieg in ein Kommentar zu diesem Thema.

    Ich hoffe einfach, dass du für dich Schritt für Schritt die Freiheit findest, die dir dein Leben zurückgibt. Oder endlich das Leben gibt, das du schon erahnen durftest.

    Ganz liebe Grüße
    Caro

  3. Danke, dass du diese Erfahrungen mit uns teilst. Ich wusste nicht mal, dass es diese Phobie überhaupt gibt und was sie alles mit sich bringt. Viel Erfolg bei deiner Hypnose-Therapie. :)

  4. Danke für deinen Bericht und deine Worte. Ich kenne das auch und ich Hunger auch oft Tage, wenn mir nur ein wenig schlecht ist (obwohl das auch vom Hunger sein kann, aber ich sehe es in dem Moment nicht) es gibt bei mir gute und schlechte Zeiten, ich kann auch nicht unter Menschenmengen, oder wenn jmd sagt mir ist übel… Ich habe zwei Kinder und jede Nacht liege ich wach und denke hoffentlich übergibt sich keines… Als es mal soweit war, kämpfte ich mit Ekel, Brechreiz und unbändiger Angst… Es war auch niemand da der mir helfen konnte und in den folgenden 3 Wochen nahm ich 5 Kilo ab. Es ist eine grausame Phobie

    1. Liebe Nicole – ich habe zwei triggernde Sätze aus deinem Kommentar “herausmoderiert”; ich hoffe, das ist in Ordnung für dich, der Sinn ist nicht verändert. Ich denke nur, dass eventuell viele EmetophobikerInnen auf diesen Artikel stoßen werden und glaube, zu bildhafte Formulierungen könnten die Angst noch verstärken.
      Hast du mittlerweile therapeutische Hilfe? Gerade, wenn die Emo das Essen unmöglich macht, wäre es wirklich wichtig, dass du professionelle Begleitung hast. Mir hat das im Bezug auf Nahrungsaufnahme wirklich so sehr geholfen! Ich wünsche dir von Herzen, dass die Angst Schritt für Schritt zurückgeht. Liebe Grüße! Kea

  5. Liebe Kea,
    Ich wiederhole mich, aber: Ein Buch, ein Buch … :)
    Ich glaube, du würdest noch so viel mehr Menschen berühren und erreichen. Und das wäre schön.

    Herzliche Grüße,
    Dir wünsche ich von Herzen
    viele “gute Tage”,
    einen möglichst baldigen Start der HypnoseTherapie
    und immer wieder weiter bunte Gedanken.

    Mir/uns wünsche ich weiterhin
    solch “echte Texte” und berührende wie deine.

  6. Liebe kea,

    ich danke dir sehr für diesen offenen Bericht. Ich war 28, als ich erfuhr, dass meine furchtbare Panik vorm Erbrechen Emetophobie heißt. Welch eine Offenbarung, nicht allein zu sein.
    Immer diese Angst vorm Fliegen (berufsbedingt musste ich, habe dann eben vorher etwas genommen)… vorm Boot fahren etc.
    Und vor allem seit ich Kinder habe: diese panische Angst davor, dass sie Magen-Darm bekommen. Glücklicherweise zieht der Kelch oft an uns vorbei uns es ist lange her, aber ich kenne Nicoles Gefühl, nachts wach zu liegen, eben weil man weiß, es geht gerade etwas rum und einfach nur hofft, die beiden erwischt es nicht.

    Und auch deine Angst vor Krebs! Nicht der Krebs an sich- wie irrational, oder? Sondern echt wegen der Chemo.

    Ich schick dir liebe Grüße und immer einen starken Magen. ;)

    Janne

  7. Liebe Kea, wow, jetzt folge ich dir schon einige Zeit und jetzt schreibst du das!
    Ich habe auch Emo. Dachte lange, ich spinne einfach. Bei mir war es auch so, dass ich erst irgendwann im Internet über die Bezeichnung gestolpert bin und so glücklich war, dass ich damit nicht alleine bin.
    Mir geht es lange nicht mehr so schlecht, aber ich kenne all deine Gedanken. Auch wenn ich eher ein Problem habe, auf andere Menschen zu treffen, die eventuell brechen müssten. ich habe auch das Gefühl, ich ziehe diese an. Aber vermutlich scanne ich mein Umfeld nur anders. Natürlich habe ich auch angst, dass mir selbst schlecht werden könnte. Aber ich habe mich seit 20 Jahren nicht mehr übergeben müssen. Mein Körper hat andere Wege gefunden :-/
    Mir hat übrigens Kinesiologie sehr sehr geholfen. Wüsste nicht, wo ich heute wäre.
    Und ja, ich glaube auch, dass es der Kontrollverlust ist, der Panik auslöst.
    Im Dezember hatte meine Jüngste mal wieder MDG. Und ich war das erste Mal mit ihr alleine in so einer Situation. Auch wenb ich anfänglich sehr stolz auf mich war… Leider hat es die Phobie wieder kurzzeitig verschlechtert und ich hatte einige schlaflose Nächte, aber gsd nach wie vor keine Panikattacke mehr.
    Ich wünsche dir alles Gute, Nadine

  8. Liebe Kea, deine Phobie kommt mir gar nicht so unbekannt vor. Ich hatte da auch ein traumatisches Kindheitserlebnis. Bei meiner Tante war ich zu Besuch, es gab Abendessen. Ich war satt, aber der Teller noch nicht leer. Mehrfach habe ich zu verstehen gegeben, dass ich keinen Hunger mehr habe, sogar mehr als satt bin – dann hat sie mir Löffel für Löffel weiter in den Mund geschoben. Tja. Es kam in jener Sekunde alles wieder herauf. Vor all den Leuten. Am Esstisch. Es war so ein schlimmer Moment, auch 25 Jahre später noch fühle ich die Scham des kleinen Mädchens von damals. Ich hatte jahrelang Angst vor Essen und Erbrechen und finde es auch heute noch mehr als abstoßend und übergriffig, wenn jemand zum “leer-essen” gezwungen wird.
    Ich denke, die Angst vor dem Erbrechen hat viel mit Kontrollverlust zu tun. Jetzt als Erwachsene kommt es mir nicht mehr so schlimm vor. Was raus muss, muss raus. Ich habe über viele Jahre hinweg gelernt, dass es ein hilfreicher Reflex des Körpers ist, dem ich vertrauen darf und der mich beschützt. Und wenn’s unglücklicherweise mal wieder soweit ist: Augen zu und durch. Hinterher ist alles wieder gut.
    Alles Liebe für dich Kea – und euch, die ihr hier schreibt.

  9. Ich bin eben zufällig auf deinen Blog gestoßen – und dann trifft der erste Beitrag bei mir gleich „voll ins Schwarze“. Ich leide auch seit meiner Kindheit dran, mittlerweile sind es 30 Jahre, von denen ich mich auch über 15 gar nicht mehr übergeben habe – im Grunde also auch jeden Bezug zur Sache verloren habe.

    Meinen Alltag habe ich zum Glück immer noch ganz gut hinbekommen, wenn auch mit zahlreichen Einschränkungen, was soziale Aktivitäten, Reisen usw. angeht.

    Leider hat sich die Angst über die Jahre stark verlagert und ausgebreitet, sodass ich nun auch Probleme mit Schwindel habe oder klassische Panikattacken mit Luftnot usw.
    Grundsätzlich fällt es mir leider immer schwerer, meinem Körper zu vertrauen, nicht permanent alles zu „monitoren“ und Körperempfindungen halbwegs einzuschätzen (Hunger und Übelkeit kann ich oft gar nicht mehr unterscheiden).

    Gerade ist eher wieder eine besondere Tiefphase – umso schöner, mal wieder von jmd zu lesen, der auch mit dem Thema zu kämpfen hat.

    Ich wünsch die alles Gute – und freue mich, weiterhin solche Einblicke in dein Leben zu lesen.

  10. Liebe Kea

    Ich kann mich den anderen nur anschliessen. Du sprichst mir aus der Seele. Wobei bei mir die Angst noch dazu kommt das mir schwindelig wird und das ich umkippe. Aber ich kenne auch wie Nicole die Situation mit den Kindern. Ich habe sie erst jetzt in diesem Moment mein kleinster sagt ihm ist schlecht und bei Mama gehen alle Alarm glocken an ich liege im Bett und zittere am ganzen Körper und habe Angst das was passiert.
    Ich werde oft belächelt von anderen deswegen.
    Ich hoffe auch irgendwann einen Therapeuten zu finden der mir mit meiner Krankheit weiterhelfen kann. Ich will doch nur leben und glücklich sein. ☹

  11. Ich bin 32 Jahre alt und wusste tatsächlich bis dato nicht dass es noch andere Menschen außer mit gibt die ein Medikamententäschchen mit Iberogast mit sich herumtragen. Danke dir für diesen Beitrag! Manchmal gibt es sogar Nächte an denen das Täschchen nicht auf meinem Nachttisch steht. Dann bin ich stolz. :)

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