dein größtes Problem lösen

Warum dein größtes Problem ein echtes Geschenk sein könnte

[WERBUNG in eigener Sache und unbezahlte Werbung für steady wegen Nennung]

Ich weiß noch, wie ich vor den Talkshows, Podcasts und Magazin-Artikeln dieser Welt saß und Menschen dabei zusah und -hörte, wie sie ihre Geschichten erzählten: Wie sie aus ihrem größten Handicap ihr größtes Geschenk werden ließen. Geschichten von Menschen, die eigentlich jedes Recht gehabt hätten, sich zurückzuziehen und mit dem Leben und ihrem Schicksal zu hadern. Und die irgendwie entschieden, genau das, was ihnen am meisten Schwierigkeiten bereitete, zu einer Inspiration für andere werden zu lassen. Jedes mal, wenn ich eine solche Story hörte, lachte etwas in mir verbittert und verzweifelt auf. Hallo? Mein Thema war „Psychische Erkrankungen.“ Wie „sexy“ konnte das schon sein?

Dein größtes Problem lösen – gern, aber wie?

“Wenn das Leben dir Zitronen schenkt, mach Limonade draus!” Wie oft habe ich diesen Spruch gehasst! Ich hatte keinen Zucker, verdammt! Meine Zitronen waren einfach nur sauer, bitter und ungenießbar.

dein größtes Problem lösen

Psychische Erkrankungen – ein Thema, über das kaum jemand offen sprach. Ein Problem, das mir den Weg auf den normalen Arbeitsmarkt versperrte und mich damit existentiellen Sorgen auslieferte. Ein „Makel“, der mich Zeit meines Lebens zu „der Komischen“ machte, die auf Klassenfahrten nicht mitkam, immer früher ging oder gar nicht erst auftauchte. Die sich im Studium vor Partys und Exkursionen tagelang fürchtete und die irgendwann immer weniger gefragt wurde, ob sie mitkommen wollte. Die sich schämte und Ausreden erfand und die immer nur eins wollte: dass diese „Unzulänglichkeit“ doch bitte endlich verschwinden möge!

Ein Problem, für das ich doch, trotz jahrelanger Therapie, nicht einmal eine Lösung hatte! Was konnte ich da schon vorweisen. MEIN Problem war NUR ein Problem. Dachte ich. Aus allem konnte man etwas machen, aber DARAUS? Das schien mir lange Zeit absolut u-n-m-ö-g-l-i-c-h.

Die Veränderung beginnt

Bis ich Ende 2016 die Nase voll hatte. Die Nase voll von dem Versteckspiel. Ich schrieb meinen Artikel über mein Leben mit einer Angststörung, später außerdem über meinen Umgang mit Depressionen und Borderline. Ich begann, auf den Social Media Kanälen meines Blogs offen darüber zu sprechen, wie sich mein Alltag mit meinen psychischen Erkrankungen anfühlt. Wie es ist, im Einkaufscenter Panikattacken zu erleiden. Warum sich an manchen Tagen die Verweildauer vorm Gemüseregal ewig in die Länge zieht (Depressionen machen nicht sehr entscheidungsfreudig). Was meine Krankheiten für mein soziales Umfeld bedeuten, welche Fortschritte ich in meiner Therapie mache und wie sich Rückschläge anfühlen. Und plötzlich veränderte sich etwas. Wie gesagt: Noch immer habe ich keine Lösung. Meine Geschichte ist nicht die einer jungen Frau, die ihre Schwierigkeiten überwunden hat. Aber ich habe es geschafft, den Mantel der Scham herunterzureißen, der diesen „dunklen Fleck“ mein Leben lang verdeckt halten sollte. Plötzlich kam Bewegung in die Sache, in meinen Blog, in mein kreatives Arbeiten. Ich erhalte täglich Nachrichten von Menschen, die sich in meinen Artikeln und Texten verstanden fühlen, die darin Trost finden. Auch und gerade WEIL ich selbst immer wieder stolpere und keinen Hehl daraus mache, dass dieses Auf und Ab zur Heilung und zum Leben dazu gehört. Ich darf in Podcasts und Interviews über das Thema „Psychische Erkrankungen“ sprechen, erhalte Workshop-Anfragen und kann auf diese Weise Aufklärungsarbeit leisten und gleichzeitig ein berufliches Standbein entwickeln.

Gestern habe ich meine Kampagne „Worte für sozialen Wandel“ auf steady gelauncht: wer meine Blog-Arbeit schätzt, kann mich dort monatlich mit einem kleinen Betrag unterstützen. Ich möchte mit diesem Blog aktiv zu einer zukünftigen Gesellschaft beitragen, in der es mehr Hilfsangebote und mehr Wissen über das Thema “Psychische Erkrankungen” gibt. Eine Gesellschaft, die alternative und flexible Arbeitsmodelle und eine offene Gesprächskultur bietet, um Menschen, die psychisch gehandicapt sind, dabei zu helfen, ihr Leben zu gestalten und gegebenenfalls erwerbsfähig zu werden oder zu bleiben.

Dein größtes Problem lösen 4

Mit 3, 5, 15 oder 20 Euro im Monat kannst du mich und meine Aufklärungsarbeit unterstützen – und hilfst mir gleichzeitig dabei, trotz meiner Einschränkungen ein monatliches, geregeltes Einkommen zu generieren. Genau solche Angebote können für Menschen wie mich Teilhabe am Arbeitsmarkt möglich machen. Als Dankeschön gibt es verschiedene Goodies, zum Beispiel eine monatliche poetische Postkarte.

 Dein größtes Problem lösen 4

Was ich verändert habe: vom Fehler zum Thema

Ich habe an meinem Problem selbst nichts verändert. Ich habe nur die Perspektive darauf verändert – es ist nicht mehr “das große Manko”, sondern nur “das große Thema”. 

Ich möchte Dich also ermutigen, Dich von den geistigen Schranken zu befreien, dass man genau mit diesem einen Problem, dass Du vielleicht hast, automatisch keine Chance hat, Träume zu verwirklichen. Mir ging es lange Zeit so, dass ich glaubte, man müsste erst diese Hürde überspringen und DANN könnte man beginnen. Dort lag der Hund begraben. DAS ist nicht wahr. Es kann reichen, ein Sprachrohr zu sein. Einen Kanal im Universum zu öffnen für alle, die vor dem gleichen Problem stehen. Ob ein Blog, eine Selbsthilfegruppe, ein Verein, ein Crowdfunding, ein Buch, ein politisches Engagement, eine Petition – was auch immer Dir einfällt, dass Dir und anderen, die sich mit demselben Thema herumschlagen, helfen könnte – tu es! Es verändert damit nicht nur etwas an der Thematik, sondern auch in dir selbst.

Sich mit seinem “Makel” versöhnen

„Dem Gestern vergeben, dem Morgen vertrauen“ – diese Gedichtzeile aus meinem ersten Lyrikband „Poetische Zeiten“ habe ich auf Postkarten und Prints verewigt. Und in diesen wenigen Worten steckt etwas von meiner kleinen Portion Lebensweisheit, die ich durch meine Lebensgeschichte ansammeln durfte. Dem Gestern vergeben – wenn wir die Scham loslassen, die unserer größte Herausforderung umgibt, wenn sie wir als Lebensthema und nicht als Fehlprogrammierung behandeln, ist diese Vergebung automatisch mit inbegriffen. Wir versöhnen uns mit dieser einen Sache, die wir als Fußfessel begriffen haben, als das, was uns bremst. Wir lassen sie da sein, wir akzeptieren sie. Das muss jetzt keine Liebe auf den ersten Blick sein. Aber sie muss auch nicht mehr dieses schambehaftete Problem sein, dass in deinem Keller steckt und von dem Du befürchtest, die Welt könne es entdecken. 

Und noch einmal zu Erinnerung: Du brauchst nicht einmal eine Lösung für dein größtes Problem. Es kann genug sein, einfach nur darüber zu sprechen, MIT diesem Thema aktiv zu werden. Plötzlich verändert sich die Perspektive. Was dich belastet hat, ist mit einem Mal nicht mehr nur schwer, sondern bekommt plötzlich auch etwas Gold dazu. Du bist nicht erst ExpertIn, wenn du die Antwort kennst, sondern auch und vor allem dann, wenn du ein Thema wirklich erlebt und gefühlt hast.

Denn wenn uns etwas immer und immer wieder beschäftigt, wenn es heftig mit dem Zaunpfahl winkt und uns immer wieder zwischen die Füße gerät, uns zum Straucheln und Verzweifeln bringt: dann will es verdammt heftig unsere Aufmerksamkeit! Dann ist es vielleicht genau das, was wir tun sollen: Ein Sprachrohr zu sein für alle, denen es auch so geht. Das verbindet dich mit Menschen, die dich wirklich verstehen und schenkt ihnen und dir das Gefühl, nicht allein zu sein. Hab keine Angst vor denen, die sich dann abwenden. Nicht alle Menschen passen zu jeder Reise, aber die, die dir seelisch ähnlich sind, können dich so finden und begleiten. Und das ist so unendlich heilsam!

Vielleicht hast du ja jetzt auch Lust, dir Gedanken zu machen und mit uns zu teilen: Was ist das Thema deines Lebens? Welche Frage treibt dich immer wieder um?

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6 Comments

  1. Liebe Kea,
    mein großes Thema ist die Erythrophobie. Seit meiner Kindheit begleitet mich diese Angst vor anderen Rot zu werden und mich zu blamieren. Ich habe mich in Folge dessen immer mehr zurückgezogen und vermieden mich in der Öffentlichkeit äußern zu müssen. Blogs wie diese geben mir Zuspruch, gerade dieses Thema öffentlich zu machen und mich nicht länger in ein Gefängnis aus Angst sperren zu lassen.
    Ich danke Dir für Deine wertvolle Arbeit.
    Liebe Grüße
    Hanna

    1. Liebe Hanna,
      schön, dass du dein Thema mit uns teilst! ❤
      Ich kenne das Problem mit der Angst vorm Rotwerden sehr sehr gut! Diese Angst ist ja auch direkt an das Thema Scham geknüpft – man hat Angst, durch die Röte als unsicher oder inkompetent wahrgenommen zu werden und sagt dann lieber gar nichts. In den letzten Monaten versuche ich mehr und mehr, mich trotzdem zu Wort zu melden, aber die Angst ist trotzdem noch da: in mir hättest du also eine begeisterte Leserin! Ich bin sicher, da draußen gibt es viele Stimmen, die wegen dieser Angst noch nicht gehört worden sind. Vielleicht hilfst du ihnen dabei, endlich aus ihrem Versteck kommen zu dürfen.
      Liebe Grüße!
      Kea

  2. Liebe Kea, ich schätze deinen Blog und deine Offenheit und Sensibilität ja schon eine ganze Weile. Da ich auch selbstständig bin, weiß ich, was das bedeutet … Sobald ich aus dem Urlaub zurück bin, möchte ich mich darum kümmern, mich mit einer kleinen monatlichen Unterstützung zu beteiligen.
    Liebe Grüße und wärmende Sonnenstrahlen aus dem Süden.
    Barbara

    1. Liebe Barbara,
      ich danke dir für deine lieben Worte und deine Unterstützung! Solche Wertschätzung zu erfahren, ist unheimlich motivierend und berührend und zeigt mir, dass ich auf dem richten Weg bin – DANKE!
      ❤❤❤
      Kea

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